Samstag, 24. Mai 2014

Die Preise für Wohnen in Wien steigen weiter

 

Wir werden von der Regierung nur verarscht.

Die Nachfrage nach Wohnungen – sowohl im Eigentum als auch Miete – ist ungebrochen. Ungefähr 80.000 Menschen suchen jedes Jahr nach einer Wohnung. Dabei stehen mindestens 30.000 leer.
Für all jene Menschen, die in Wien derzeit eine Wohnung suchen, gibt es schlechte Nachrichten: Wohnen wird teurer, so der Tenor aller Experten. Vor wenigen Tagen wurde der Immobilienspiegel der Immobilientreuhänder veröffentlicht, und laut diesem sind in Wien im vergangenen Jahr die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen deutlich in die Höhe geschossen: Sie haben sich im Durchschnitt um 12,8Prozent erhöht. Besonders im fünften, sechsten oder zwölften Bezirk musste man 2013 bis zu 16 Prozent mehr bezahlen.
Etwas besser sieht die Sache für alle aus, die eine Mietwohnung in Wien suchen. Zwar sind auch auf diesem Sektor die Preise in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, derzeit flacht die Kurve jedoch ab. Laut Immobilienspiegel stiegen die Mietpreise im vergangenen Jahr um nur 0,11 Prozent. Dagegen haben die Immobilienfirmen EHL und Buwog einen Preisanstieg bei den Mieten von zwei bis 2,5 Prozent für das heurige Jahr vorausgesagt.
Gestiegen sind seit 1. April auch die Mieten in Richtwertwohnungen – nämlich um 4,6 Prozent. Diese Erhöhung richtet sich nach der Inflationsrate und wird alle zwei Jahre vorgenommen. Betroffen sind Altbaumietverträge, die nach 1994 abgeschlossen worden sind.
In Wien suchen nach Angaben aus der Immobilienbranche jährlich rund 80.000 Personen eine neue Wohnung. Jedes Jahr werden um die 50.000 neue Mietverträge abgeschlossen. In der Bundeshauptstadt gibt es auch einen überdurchschnittlich hohen Prozentsatz an Mietern: Drei von vier Wienern wohnen in einer Mietwohnung.
Insgesamt gibt es in Wien etwa 170.000 Gebäude mit knapp einer Million Wohnungen. Rund 30.000 stehen laut Mietervereinigung leer – laut anderen Schätzungen dürften es noch weit mehr sein.
Der größte Verwalter von Wohnungen ist Wiener Wohnen. Die Unternehmung verwaltet, saniert und bewirtschaftet die städtischen Wohnhausanlagen. Dazu gehören nicht nur die rund 220.000 Gemeindewohnungen, sondern auch 6000 Lokale und mehr als 47.000 Garagen- und Abstellplätze. Vor wenigen Wochen hat der Stadtrechnungshof moniert, dass die Wohnungen nach Verlassenschaften unnötig lange leer stehen – 400 Tage im Schnitt, bis sie wieder neu vermietet werden. Interessantes Detail: 30.000 Wiener warten derzeit auf eine sozial geförderte Wohnung. (red.)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.05.2014)


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