Wiener Wohnen
Dienstag, 16. Juni 2026
Wiener Wohnen in der NS Zeit
Wie Stadt Wien trug während der NS-Zeit eine aktive und entscheidende Mitschuld an der Verfolgung und Vertreibung tausender unschuldiger Menschen aus den städtischen Gemeindebauten. Sie war nicht nur ein passiver Zuschauer, sondern eine treibende Kraft bei der Umsetzung der NS-"Wohnungspolitik".
Die Hauptverantwortung der Stadt lässt sich in den folgenden Zeilen zusammenfassen:
Am 14. Juni 1938 gab der NS-Vizebürgermeister den Befehl, alle jüdischen Mieter zu delogieren. Das städtische Wohnungsamt (MA 21) führte dies rigoros durch – mit einem einheitlichen Kündigungstermin auf den 31. Juli 1938. Mindestens 3.598 jüdische Bewohner wurden so vertrieben, 1.090 von ihnen später ermordet. Auch 401 politisch Verfolgte verloren ihre Wohnung, 175 von ihnen wurden getötet.
Die Stadtverwaltung nutzte eine Gesetzeslücke (fehlender Kündigungsschutz für Neubauten), um die Kündigungen reibungslos durchzusetzen. Die Behörden erstellten Listen, verschickten Kündigungen und wiesen Einsprüche fast ausnahmslos ab. Später wurde sogar eine eigene "Gruppe Judenumsiedlung" gegründet.
Die freigewordenen Wohnungen wurden an NSDAP-Mitglieder und NS-Organisationen vergeben. Das Personal des Wohnungsamts zeigte zudem eine hohe personelle Kontinuität – nur wenige wurden nach 1938 wegen ihrer Gesinnung entlassen. Auch die Rückstellung der "arisierten" Wohnungen nach 1945 wurde nie gesetzlich geregelt.
Heute zeigt die Stadt Wien diese dunkle Vergangenheit durch die von Wiener Wohnen in Auftrag gegebene DÖW-Studie auf und bemüht sich um Aufarbeitung, etwa mit den Stadtführungen "Niemals vergessen".
Ob das genug ist? Verantwortung zu zeigen wäre vielleicht mehr angebracht.
Freitag, 12. Juni 2026
1.7 Mio können schlecht lesen
Laut der aktuellen PIAAC-Studie (2022/23) hat fast ein Drittel der österreichischen Erwachsenen zwischen 16 und 65 Jahren Schwierigkeiten beim Lesen. Der Anteil der Betroffenen ist innerhalb von zehn Jahren von 17 % auf 29 % (ca. 1,7 Mio. Menschen) stark angestiegen.
Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei den 35- bis 65-Jährigen, die einen deutlichen Leistungsabfall zeigen. Im Gegensatz dazu schneiden die 16- bis 24-Jährigen überdurchschnittlich gut ab – sie liegen sogar über dem OECD-Schnitt .
Personen mit nicht-deutscher Erstsprache sind am stärksten betroffen. In dieser Gruppe sind es 61 % mit niedriger Lesekompetenz (2012: 39 %). Aber auch unter den in Österreich Geborenen mit Deutsch als Erstsprache hat sich der Anteil von 12 % auf 19 % erhöht .
Der Bildungsabschluss ist ein entscheidender Faktor. Das Risiko ist bei Personen mit maximal Pflichtschulabschluss am höchsten (fast jede zweite Person), aber selbst unter den Lehrabsolventen ist mittlerweile etwa jede dritte Person betroffen .
Laut Studienlage gibt es in Österreich keine signifikanten Unterschiede zwischen Männern und Frauen bezüglich der Lese- und Schreibkompetenz bei Erwachsenen.
Die österreichische Bundesregierung reagiert auf die gesunkenen Lese- und Schreibkompetenzen vor allem mit Förderprogrammen für Erwachsenenbildung. Ein nationaler Aktionsplan oder eine spezifische Strategie speziell für dieses Problem ist allerdings nicht direkt erkennbar.
Die wichtigsten Maßnahmen sind finanzielle Förderungen für Bildungsanbieter, die gezielt benachteiligte Gruppen unterstützen.
Die Maßnahmen sind Teil des Regierungsprogramms 2025–2029. Ein Schwerpunkt liegt dabei laut Ausschreibungen auf der "Steigerung der Teilnahmen am lebenslangen Lernen in der gesamten Bevölkerung, besonders in bildungsbenachteiligten Gruppen".
Donnerstag, 11. Juni 2026
Lueger Denkmal
Lueger nutzte meisterhaft aggressive Rhetorik und machte Juden für die wirtschaftlichen Ängste der Mittel- und Arbeiterschicht verantwortlich. Diese Strategie der „modernen Demagogie“ brachte ihm immense Popularität ein.
Das antisemitische Vorbild Lueger. Lueger gründete die Christlich-Soziale Partei und führte Wahlkampf mit antisemitischen Parolen. Obwohl er persönlich mitunter Ausnahmen für einzelne Juden machte (und den Satz „Ich entscheide, wer Jude ist“ prägte), verlieh seine hasserfüllte Rhetorik dem Rassismus gesellschaftliche Legitimität.
Adolf Hitler lebte während Luegers Amtszeit in Wien und schrieb in „Mein Kampf“, Lueger sei der „größte deutsche Bürgermeister aller Zeiten“. Historiker weisen darauf hin, dass Luegers Massenpropaganda als direktes Vorbild für die Taktiken der Nationalsozialisten diente.
Lange Zeit wurde seine Rolle beim Aufbau der Stadt stärker betont als sein Antisemitismus. Im 21. Jahrhundert hat Wien jedoch begonnen, sein Erbe kritisch neu zu bewerten, unter anderem durch die Entfernung einiger seiner öffentlichen Denkmäler.
Mittwoch, 10. Juni 2026
Ludwig sieht 41 Prozent erreicht
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Ist das ein Erfolg wenn 49% fehlen? Er hat nach eigenen Angaben 41% geschafft.
https://www.meinbezirk.at/wien/c-politik/ludwig-sieht-41-prozent-von-regierungsprogramm-erreicht-bzw-auf-schiene_a8684045?ref=curate
Rot-Pink hat mit der angespannten budgetären Lage in Wien hu kämpfen
Rot-Pink hat insbesondere mit der angespannten budgetären Lage in Wien zu kämpfen.
Das trifft den Kern der aktuellen Debatte in der Wiener Stadtpolitik ziemlich genau. Die rot-pinke Koalition (SPÖ und NEOS) steht vor der enormen Herausforderung, ambitionierte Projekte in einer wirtschaftlich extrem angespannten Phase umzusetzen.
Die Kombination aus den Nachwirkungen der hohen Inflation, steigenden Personalkosten (etwa im Pflege- und Bildungsbereich) und stagnierenden Steuereinnahmen engt den finanziellen Spielraum der Stadt massiv ein.
Besonders im Fokus stehen dabei drei zentrale Reibungspunkte:
- Großprojekte wie der Ausbau des öffentlichen Verkehrs (U2/U5), die Sanierung von Schulen und Klimaanpassungsmaßnahmen verschlingen Milliarden. Gleichzeitig müssen die Ressorts den Gürtel enger schnallen, was intern regelmäßig für Budgetdebatten sorgt.
- Um die Einnahmen zu sichern, greift die Stadt Wien auf das automatische Valorisierungsgesetz zurück, wodurch kommunale Gebühren (Wasser, Müll, Abwasser) an die Inflation angepasst werden. Das bringt der Koalition – insbesondere vonseiten der Opposition (ÖVP und FPÖ) – heftige Kritik ein, da dies die Lebenserhaltungskosten für die Bürger weiter in die Höhe treibt.
- Für die SPÖ geht es darum, das soziale Netz und die gewohnte Infrastruktur der Stadt trotz Krise aufrechtzuerhalten. Die NEOS wiederum sind mit dem Versprechen angetreten, die Verschuldung zu kontrollieren und die Bürokratie zu reformieren. In Zeiten leerer Kassen ist dieser Spagat zwischen "sozialer Sicherheit" und "Budgetdisziplin" doppelt schwer zu meistern.
Das Doppelbudget für die kommenden Jahre wird somit zur echten Reifeprüfung für Rot-Pink. Man versucht zwar, den wirtschaftlichen Aufschwung aktiv herbeizuführen, der finanzielle Gegenwind ist im Rathaus jedoch deutlicher spürbarer denn je.
Montag, 9. Juni 2025
Vergleich: Wohnpreise, Einkommen
Das Verhältnis zwischen durchschnittlichem Verdienst und Mietkosten in Wien gilt im internationalen Vergleich als relativ günstig, besonders dank des starken sozialen Wohnbaus und der Mietpreisregulierung.
1. Durchschnittliche Mietkosten in Wien (2024)
- Kaltmiete (nur Grundmiete):
- Altbau: €10–€14/m²
- Neubau: €14–€20/m²
- Warmmiete (inkl. Betriebskosten, Heizung, etc.):
- 50 m²-Wohnung: €700–€1.000
- 80 m²-Wohnung: €1.000–€1.500
- Gemeindewohnungen (stark subventioniert):
- Ca. 30% geringer als freier Markt (z. B. €550–€800 für 50–60 m²).
Hinweis: Lange Wartelisten (teils Jahre).
2. Durchschnittliche Gehälter in Wien (Brutto/Jahr)
- Median (2023): Ca. €42.000–€45.000
(≈ €2.500–€2.800 netto/Monat bei Steuerklasse 1)
- Einstiegsgehälter (mit Ausbildung): €30.000–€40.000
- Fachkräfte/Experten: €50.000–€70.000
- IT, Finanzen, Management: Oft €70.000+
3. Mietbelastungsquote
- Single-Haushalt (Durchschnittsverdiener, 50 m²-Wohnung):
- Freier Markt: 25–35% des Nettoeinkommens.
- Gemeindewohnung: 15–25%.
- Paare/Familien (z. B. 80 m²):
- Oft nur 20–30% des Haushaltsnettoeinkommens.
4. Vergleich mit anderen Städten
- Wien vs. Deutschland:
- Mieten ca. 20–30% günstiger als München/Frankfurt.
- Gehälter ähnlich oder leicht niedriger.
- International:
- Deutlich günstiger als Zürich, Paris, London (dort oft 40–50% Mietbelastung).
5. Gründe für das günstige Verhältnis
- Sozialer Wohnbau: 60% der Wiener leben in gefördertem Wohnraum.
- Mietpreisbremse: Strenge Regeln für Altbauten ("Richtwertmiete").
- Staatliche Förderungen: Beihilfen für einkommensschwache Haushalte.
6. Herausforderungen
- Steigende Preise: Neubauwohnungen sind teurer (+5–10% seit 2020).
- Wohnungssuche: Engpässe bei günstigen Wohnungen, besonders in beliebten Bezirken (z. B. 7., 8., 9.).
- Einkommensschere: Geringverdiener (unter €1.800 netto) haben trotzdem Schwierigkeiten.
Fazit
- Für Durchschnittsverdiener ist Wien eine der lebenswertesten Städte Europas, da die Miete oft unter 30% des Einkommens liegt.
- Tipp: Nutze geförderten Wohnbau und informiere dich früh über Gemeindewohnungen
- Achtung: Bei hohen Ansprüchen (Neubau-Luxus, City-Lage) steigt die Belastung deutlich.
Ich habe da noch eine andere Untersuchung gemacht.
Hier ist ein detaillierter Vergleich der Einkommen (netto) und Lebenshaltungskosten für Wien, Berlin, Paris und London – basierend auf aktuellen Daten (2024). Entscheidend ist dabei das Verhältnis von Gehalt zu Mieten/Alltagskosten:
Übersichtstabelle (Durchschnittswerte)
| Stadt | Durchs. Nettoeink. (Single/Monat) | Miete 80 m² (Zentrum) | Mietbelastung | Kaufkraftindex (EU=100) |
|---------|-----------------------------------|------------------------|-------------------|--------------------------|
| Wien | €2,500–€2,800 | €1,100–€1,500 | **25–35%** | 115 (höchste in DACH!) |
| Berlin | €2,200–€2,600 | €1,300–€1,800 | 40–50% | 100 |
| Paris | €2,400–€2,900 | €1,800–€2,500 | 55–70% | 90 |
| London| £2,400–£3,000 (≈€2,800–€3,500) | £2,200–£3,000 (≈€2,600–€3,500) | 65–85% | 105 |
Hinweis: Nettoeinkommen nach Steuern/Sozialabgaben. Mieten für Standardwohnung im Stadtzentrum inkl. Nebenkosten.
---
Detaillierter Vergleich
1. Wien
- Vorteile:
- Niedrigste Mietbelastung dank sozialem Wohnbau (nur 25–35% des Einkommens).
- Höchste reale Kaufkraft in der DACH-Region (115 vs. EU-Durchschnitt 100).
- Nachteile:
- Gehälter leicht niedriger als in Süddeutschland/Schweiz.
2. Berlin
- Vorteile:
- Dynamischer Arbeitsmarkt (IT, Startups), höhere Gehälter als in Ostdeutschland.
- Nachteile:
- Mieten stark gestiegen (+45% seit 2015), besonders im Zentrum.
- Mietbelastung oft >40% – bei niedrigen Einstiegsgehältern (€1,800 netto) sogar 50–60%.
3. Paris
- Vorteile:
- Hohe Bruttogehälter (v.a. in Finanzen, Luxusbranche).
- Nachteile:
- Extreme Mietkosten: Kleine 50 m²-Wohnung kostet oft €1,400+ im Zentrum.
- Abgabenlast: Bis zu 25% Sozialabgaben + Einkommenssteuer → Netto deutlich niedriger.
- Lebenserhaltungskosten 30% höher als in Wien (Taxis, Restaurants, Strom).
4. London
- Vorteile:
- Höchste Gehälter Europas (Finanzsektor, Tech), brutto oft €80.000–€100.000.
- Nachteile:
- Exorbitante Mieten: 1-Zimmer-Wohnung im Zentrum ≈ €2,000+/Monat.
- Brexit-Folgen: Inflation (+10%), Pfund-Schwankungen, Visa-Hürden.
- Netto-Kaufkraft trotz hoher Gehälter oft niedriger als in Wien.
Entscheidende Faktoren
| Kriterium | Wien | Berlin | Paris | London |
|--------------------|------------|------------|------------|------------|
| Mietkosten. | ★★★☆☆ (günstig) | ★★☆☆☆ (mittel) | ★☆☆☆☆ (sehr hoch) | ★☆☆☆☆ (extrem hoch) |
| Netto-Kaufkraft | ★★★★☆ | ★★★☆☆ | ★★☆☆☆ | ★★★☆☆ |
| Work-Life-Balance| ★★★★☆ | ★★★☆☆ | ★★☆☆☆ | ★★☆☆☆ |
---
Beispielrechnung: Single mit €3,000 netto
| Stadt | Miete (Zentrum, 60 m²) | Übrig nach Miete | Lebensmittel/Monat | Verfügbarer Rest |
|---------|-------------------------|------------------|--------------------|----------------------|
|Wien | €1,100 | €1,900 | €300 | €1,600 |
| Berlin | €1,500 | €1,500 | €280 | €1,220 |
| Paris | €1,800 | €1,200 | €350 | €850 |
| London| €2,400 (≈£2,050) | €600 | €400 | €200 |
Die Zahlen zeigen: Selbst bei ähnlichem Nettoeinkommen bleibt in Wien deutlich mehr übrig.
Quellen: Statistik Austria, AK Wien, Mietervereinigung (2024)
Quellen: Eurostat, Numbeo, OECD, nationale Statistikämter (2024)
Dienstag, 3. Juni 2025
Stadtrat Wien
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