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Donnerstag, 14. September 2017

Untervermietung: Zimmer werden vermietet jedes für 400 EUR

Guten Tag. Meine Name is S... 
Ich möchte mich beschweren über Mitbewohnerin von Handelskai 1020 wien. Sie Besitz Riesen große Wohnung mit mehrere Zimmer. Die Zimmer werden vermietet jeder 400 EUR ingesamt is es Betrag von 1200 EUR (nicht versteuert). Sie bittet die Leute unbefristete Vertrage inklusive 1200 EUR Kaution von jeder. Ich habe es bei Wiener wohnen gemeldet und die Antwort war das es erlaubt is wenn sie deinen auch wohn die Zimmer zu vermieten. Ich kann mir es nicht vorstellen das es legal is da wird sich der Herr Finanzminister sehr freuen das unten Wiener wohnen Erlaubnis jeder schwarzen Geld verdienen kann! Ich sehe es nicht ein das eine große Familie of große Wohnung warten wehren eine mitter in 120 Quadratmeter wohnt und fleißig geld verdient. 
Mit freundliche Grüße. 
Frau S...   14.9.2017

Freitag, 8. September 2017

Meinl-Reisinger wieder einmal alles verschlafen

NEOS Wien/Meinl-Reisinger: RH-Bericht zu Wiener Wohnen bestätigt Misswirtschaft unter Ludwig

Beate Meinl-Reisinger: „Nicht mal einen Hausmeisterposten würde ich Michael Ludwig anvertrauen.“

Wien (OTS) - „Nach den Ermittlungen gegen zahlreiche Mitarbeiter von Wiener Wohnen bezüglich Bestechlichkeit zeigen sich jetzt auch die finanziellen Auswirkungen der Misswirtschaft bei Wiener Wohnen. Laut Krone-Bericht, in dem erste Ausschnitte eines Rechnungshofberichts zitiert werden, ist Wiener Wohnen mit 833 Millionen Euro in der Miese. Unglaubliche 121 Millionen Euro sind alleine durch fehlerhafte Abrechnungen als Verlust entstanden. Wohnbaustadtrat Ludwig hat seinen Laden eindeutig nicht mehr unter Kontrolle. Vermutete Korruptionsfälle und die nun abermals bestätigte Misswirtschaft sind untragbar für diese Stadt“, so Beate Meinl-Reisinger, Klubvorsitzende von NEOS Wien.
„Die Begründung des Herrn Stadtrats, dass mit den 833 Millionen Euro Wohnbauten saniert wurden, ist natürlich Humbug: Wiener Wohnen hebt jedes Jahr 50 Millionen Euro an Erhaltungs- und Verbesserungsbeiträgen von seinen Mietern ein, mit denen diese Sanierungsarbeiten finanziert werden“, stellt Meinl-Reisinger klar.
„Einer der Gründe für die hohen Verluste: Die Manager von Wiener Wohnen und ihren Tochterfirmen dürfen sich über fette Bezüge und Luxus-Dienstwägen freuen. Das hat nichts mit verantwortungsvollem Umgang mit dem Steuergeld der Wienerinnen und Wiener zu tun“, ärgert sich die Klubobfrau.
„Um die Missstände aufzuräumen, muss hier hart durchgegriffen werden. Wiener Wohnen-Direktor Josef Neumayer muss ebenso in die Verantwortung gezogen werden wie Stadtrat Ludwig und Bürgermeister Häupl. Es kann nicht sein, dass hier wieder einmal alle auf Teflon machen und alles an ihnen abperlt. Dass Michael Ludwig keinesfalls ein geeigneter Nachfolger für Bürgermeister Häupl ist, hat sich nun abermals bestätigt. Oder würden Sie so einem Menschen die Verantwortung für unsere Stadt übergeben? Für unser Wien braucht es einen gewissenhaften Nachfolger, der ein neues Politikverständnis mit sich bringt“, so Meinl-Reisinger abschließend.

Dienstag, 13. Dezember 2016

Sozialer Wohnbau ... beim Areal Eislaufverein? Laut einer neuen Studie sind die Mietpreise in Wien derart gestiegen, dass Wohnen zunehmend zur Armutsfalle wird. Die hohen Wohnkosten können auch tief ins Privatleben eingreifen. Vor allem in der urbanen Region Wiens finden von Armut betroffene Personen kaum noch finanzierbaren Wohnraum. Manche Armutsbetroffene leben daher in Räumen ohne Fenster, ohne Strom, ohne Wasser. Andere teilen sich eine kleine Wohnung.
Deutsch ... träumst du?

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20161213_OTS0111/deutsch-spoe-wien-ist-musterbeispiel-fuer-sozialen-wohnbau

Donnerstag, 17. November 2016

In Wien soll niemand erfrieren!

Die Grünen wollen, dass in Wien niemand erfriert! Wäre es nicht besser zu verlangen, dass in Wien niemand auf der Straße leben muss?
Birgit Hebein, Foto: Christian Anderl

Birgit Hebein - Wir wollen, dass auf Wiens Straßen niemand erfriert. Das rot-grüne Winterpaket wird wieder alle Menschen in der kalten Jahreszeit versorgen. Egal woher sie kommen.

WINTERPAKET: 600 SCHLAFPLÄTZE ZUSÄTZLICH

Mit dem nahenden Winter beginnt die härteste Zeit für obdachlose Menschen. In Wien muss in der kalten Jahreszeit niemand auf der Straße bleiben. Dafür stellt die Stadt jeden Winter zusätzliche Plätze zur Verfügung – für die Menschen, die reguläre Unterstützungsangebote nicht nutzen können oder wollen. 
Für akut obdachlose Menschen stehen ganzjährig rund 300 Nachtquartiersplätze zur Verfügung, in diesem Winter wird je nach Bedarf auf bis zu 900 Plätzen aufgestockt. Das Winterpaket wird wieder alle Menschen, egal woher sie kommen, in der kalten Jahreszeit versorgen. Wir wollen, dass auf Wiens Straßen niemand erfriert, das Winterpaket gibt den Betroffenen rechtzeitig Hilfe und Unterstützung. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, die auf der Straße übernachten, leisten die niederschwelligen Einrichtungen und Streetworker immens wichtige Arbeit.
Der Fonds Soziales Wien sorgt gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen Wiener Rotes Kreuz, Caritas, Samariterbund Wien, Johanniter und “wieder wohnen“ dafür, dass die bestehenden Kapazitäten ab November deutlich erweitert werden. Warme Schlafplätze sind im Winter stärker nachgefragt, da eine Übernachtung im Freien ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellt. Und auch Menschen ohne Sozialanspruch in Wien können die von der Stadt geförderten Plätze im Winter nutzen. Das Winterpaket der Wiener Wohnungslosenhilfe läuft von 2. November 2016 bis 30. April 2017.

WIENER WOHNUNGSLOSENHILFE ERREICHT ÜBER 10.000 MENSCHEN

Rund 67 Millionen Euro im Jahr wendet Wien für die Wohnungslosenhilfe auf – davon werden rund 5.700 Wohn- und Schlafplätze in 90 Einrichtungen finanziert, aber auch Tageszentren wie die JOSI, Beratungseinrichtungen und Straßensozialarbeit. Ziel aller Angebote ist es, den Menschen durch gezielte Betreuung wieder ein möglichst eigenständiges Leben zu ermöglichen. Mehr als 10.000 Menschen pro Jahr brauchen die Unterstützung der Wiener Wohnungslosenhilfe.
Zusätzlich zu den rund 300 Plätzen, die ganzjährig in den Nachtquartieren der Wiener Wohnungslosenhilfe zur Verfügung stehen, können ab dem 2. November stufenweise bis zu 600 zusätzliche Plätze zur Verfügung gestellt werden. Dafür stellt die Stadt Wien rund 4 Millionen Euro zur Verfügung.
Die Angebote der Wiener Wohnungslosenhilfe reichen von Straßensozialarbeit, Beratung, medizinscher Versorgung und Tageszentren über betreute Übergangswohneinrichtungen für verschiedene Zielgruppen bis hin zum sozial betreuten Dauerwohnen für ältere wohnungslose Menschen, die nicht mehr ohne Betreuung leben können. Daneben gibt es mobile Wohnbetreuung in eigenen Wohnungen oder das Housing-First-Programm. 

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Die teuren „eigenen vier Wände“

Der freie Markt dominiert und der Soziale Wihnbau ist da nicht ausgenommen.

Die Wohnkosten explodieren gegenüber den Einkommen. Ein Trend, bei dem Österreich im Vergleich zu anderen Ländern noch gut dasteht, macht sich auch hierzulande immer stärker bemerkbar. Unter Preisdruck steht vor allem das Leben in den Städten. Sozialer Wohnbau wäre gefragt, doch an vielen Orten dominiert der freie Wohnungsmarkt.
Seit 2011 sind die Mieten in Österreich um 15 Prozent gestiegen. Das klingt moderat. Tatsächlich verbirgt sich hinter dieser Statistik ein alarmierendes soziales Gefälle: Ärmere Haushalte haben deutlich höhere Wohnkosten als Durchschnittsverdiener und Wohlhabende. Der Grund: Gutverdiener können sich eher Eigentum leisten, schlechter verdienende Menschen sind auf Mietverhältnisse und die ständig steigenden Mietpreise angewiesen. Gerade beim Thema Wohnen geht die soziale Schere deutlich auseinander.

Studie belegt deutliche Unterschiede

Erst im Frühsommer machte eine Studie der Immoplattform Immoscout24 deutlich, dass das Wohnen in Österreich gegenüber Deutschland deutlich teurer sei, und das trotz des höheren Mietniveaus etwa einer Stadt wie München gegenüber Wien. Der Grund: Die Kaufkraft der Einkommen in Deutschland ist größer.
Gemessen am verfügbaren Einkommen waren die Mieten in österreichischen Städten wesentlich höher als in vergleichbaren deutschen Orten. Der Anteil der Mietkosten für eine 80-Quadratmeter-Wohnung am verfügbaren Jahreseinkommen liegt in Innsbruck (mit 52,9 Prozent), Wien (46,74 Prozent) und Salzburg (46,2 Prozent) deutlich über deutschen Städten wie München (45,93 Prozent), Hamburg (38,5 Prozent) oder Berlin (38,32 Prozent).

Luxus ohne Grenzen?

20.000 Euro für den Quadratmeter. Die Wiener Maklerin Elisabeth Rohr führt durch eine Luxusimmobilie in der Hauptstadt, inklusive „Panikraum“. Gegenstimmen erinnern an das Grundrecht auf Wohnen.
Obwohl die Mietpreise in Wien 2015 mit durchschnittlich 10,8 Euro pro Quadratmeter deutlich günstiger sind als in München (mit 13,6 Euro pro Quadratmeter), macht die unterschiedliche Kaufkraft den Unterschied. Denn die der Wiener erreicht laut Marktforschungsinstitut GfK im Schnitt nur 22.246 Euro pro Jahr, in München liegt das verfügbare Durchschnittseinkommen laut deutschem Geomarketingunternehmen Nexiga bei jährlich 28.320 Euro.

TV-Hinweis

Die Dokumentation „Wohnen: ein Luxus“ am Donnerstag um 22.30 Uhr in ORF2 zeigt auch anhand von Rechenbeispielen, wie die Wohnkosten gegenüber den Einkommen explodieren. Die Dokumentation entstand in Zusammenarbeit mit der Plattform Dossier, die dafür gezielte Datenanalysen durchgeführt hat.

Von finanzierbar bis Luxus

Bei bestimmten Immobilien sind die Kosten ohnedies weit entfernt von jedem Durchschnittsgehalt. Im ersten Wiener Gemeindebezirk präsentiert die Immobilienmaklerin Elisabeth Rohr eines der luxuriösen Appartements der Wiener Innenstadt: Kaufpreis: 7,4 Mio. Euro. Finanzierbar ist diese Wohnung, nur eben für vermögende Menschen oder Immobilieninvestoren. Ebenfalls in Wien, aber in einer ganz anderen sozialen Welt lebt die 51-jährige Gabriele Rad mit ihren zwei Kindern. Sie lebt von der Mindestsicherung, geriet in Mietrückstände und wurde schließlich delogiert. Wohnungsnot ist aber längst nicht mehr nur ein klassisches Armutsproblem.
Das Modell eines Mittelstandsangestellten, man nenne ihn Michael, mag als Beispiel dienen. Zahlte er Ende der 1990er Jahre für seine 75 Quadratmeter große Wohnung pro Jahr noch 4.200 Euro, so muss er im Jahr 2014 dafür schon 6.650 Euro aufwenden. Die Entwicklung seines Lohnniveaus konnte dabei mit der Entwicklung der Wohnungskosten nicht mithalten. Seit 2004 geht die Schere zwischen Einkommenszuwachs und Preissteigerung beim Wohnen deutlich auseinander.

Die Wohnen-Einkommen-Schere

Ab 2004 gehen die Entwicklungen der Wohnkosten und die Lohnsteigerung deutlich auseinander. 2015 muss man einen deutlich höheren Anteil des Gehalts für das Wohnen aufwenden als noch Ende der 1990er Jahre.

Preistreiber Immospekulation

Als wirksamer Preistreiber auf dem Wohnungsmarkt gilt nicht nur in Österreich die Immobilienspekulation. In Hamburg hat in den letzten Jahren der Streit um die Esso-Häuser für Schlagzeilen gesorgt. Eine jahrelange Auseinandersetzung um den Abriss einer hauptsächlich von einkommensschwachen Mietern bewohnten Anlage hat den bayerischen Investor und den Bezirk St. Pauli in Hamburg zusammen an den Tisch gebracht. Für eine Neuwidmung der Anlage und Baukubatur mussten Betroffene und Errichter zusammen an den Tisch. Demonstrationen, Straßenschlachten und Polizeieinsätze hatten sich zu einem Imageschaden für den „Kiez“ St. Pauli und die gesamte Hansestadt Hamburg ausgewachsen.
Straßenschlacht in St. Pauli in Hamburg
ORF
Krawall im Kiez: Der Abriss des Esso-Blocks im Hamburger Stadtteil St. Pauli brachte die Wohndebatte auf die Straße. Die Stadt Hamburg wollte solche Bilder für die Zukunft vermeiden und lud die Betroffenen an den Tisch.

Großbritannien und das „Right to Buy“

In Großbritannien ist man, wie Beispiele der Doku zeigen, weit davor entfernt, den Mangel an erschwinglichem Wohnraum kompensieren zu können. Das „Right to Buy“, ursprünglich eine alte Labour-Losung, wonach sich Arbeiter ihre geförderten Wohnungen und Häuser einmal erwerben können, hat über Jahrzehnte zur Verknappung von gefördertem Wohnraum geführt. Michael Heseltine war als Minister treibende Kraft unter Premierministerin Margret Thatcher bei der Umsetzung des Planes, die „Council Houses“ in Privateigentum überzuführen. Das Projekt wurde zu einem der Hauptmerkmale des „Thatcherismus“.
„Wir haben sehr lange keine Wohnungen gebaut“, konstatiert Gavin Smart von der Interessenplattform Chartered Institute of Housing, das die Aktion „Help to buy“ (eine Beratung für Erstkäufer) ins Leben gerufen hat, gegenüber dem ORF: „Als Konsequenz sind Haus- und Wohnungspreise in den letzten Jahren dramatisch gestiegen. Und diese Steigerungen gehen deutlich über die Einkommenssteigerung der Bevölkerungen raus. Wir haben, wie wir es nennen, eine ‚Leistbarkeitskrise‘.“
Demo für leistbares Wohnen in Manchester
ORF
Wohnen als Menschenrecht: Demonstranten in Manchester artikulieren ihren Unmut
Das „Right to Buy“ habe dem Mietmarkt einen Großteil der Wohnungen entzogen, kritisiert auch Ian Munro vom Bauträger New Charter Housing. „Wo bekommen wir einen Ersatz für erschwingliche Mietwohnungen, die alle Privateigentum sind?“, fragt er. Allein in den kommenden fünf Jahren würden in Großbritannien 370.000 solcher Wohnungen fehlen, rechnet er gegenüber dem ORF vor.

Verstecktes „Right to Buy“ in Österreich

Ganz ausgestorben ist das „Right to Buy“-Prinzip auch in Österreich nicht. Robert Temel, Sprecher der Plattform Baukulturpolitik, erinnert auf Anfrage von ORF.at in diesem Zusammenhang an den Mietkauf im geförderten Wohnungsbau, der mittlerweile häufig sogar verpflichtend sei. Die Bauträger bieten hier nach zehn Jahren den Mietern die Wohnung zum Kauf an. „Solche Maßnahmen sind dem Ziel leistbaren Wohnens genau entgegengesetzt, weil diese Wohnungen damit zu dem Marktobjekt gemacht werden, welches sie im Besitz eines gemeinnützigen Bauträgers nicht sind. Beim Bauträger wird die Miete nicht durch den Markt, sondern durch die Grundstücks- und Baukosten bestimmt“.

Neue Bauten, aber wo?

Die größte Anforderung an den sozialen Wohnbau bleibt der Errichtungspreis für einen Quadratmeter Neubauwohnung. Um diesen zu erreichen, gilt es, nicht nur bei den technischen und baulichen Maßnahmen ökonomisch effizient zu kalkulieren. Die Frage der Lage und der Grundstückspreis sind weitere zentrale Aspekte bei der Kalkulation. In Berlin muss man für einen errichteten Quadratmeter deutlich sparsamer kalkulieren als in Wien, ist doch schon das Grundmietniveau in Berlin deutlich niedriger als in Wien.

Exportmodell sozialer Wohnbau

Der österreichische Architekt Otto Höller erläutert die Idee des sozialen Wohnbaus und seine Anwendung in Berlin, wo man sich bei der Schaffung günstigen Wohnraums zuletzt zunehmend an Wiener Modellen orientiert.
Asyl, Flucht und Migration verschärfen die Wohnungsfrage zusätzlich und dramatisch: Wie Lösungen aussehen könnten, zeigt die Dokumentation anhand eines Wohnprojektes in Berlin. Wie erschwinglicher Wohnraum für Asylsuchende und die einheimische Bevölkerung entstehen kann, ist nicht zuletzt eine Herausforderung für Planer und Architekten.

Vorbild für Europa?

Im europäischen Vergleich zeigt sich, dass das Wiener Modell des geförderten Wohnbaus durchaus vorbildlich für Europa sein kann, wie Experte Temel gegenüber ORF.at bestätigt. „Das österreichische und speziell das Wiener Modell des geförderten Wohnbaus ist zweifellos in vieler Hinsicht vorbildhaft, selbst wenn es auch hier noch einiges Entwicklungspotenzial gibt“, analysiert er.
Goethehof in Wien
ORF
Wien als historisches Vorbild für den sozialen Wohnbau? Manchmal fehle der Gegenwart der städtebauliche Gesamtblick, bemängelt Experte Temel.
Das Spezielle am heimischen Modell sei, dass die Akteure wie die gemeinnützigen Bauträger nicht ohne Markt, aber in einem geschützten Markt operieren. Durch die gesetzlich fixierte Gewinnbeschränkung und einen gesetzlichen Auftrag für gemeinnütziges Wohnungswesen sei es möglich, langfristig kostengünstige Mieten anzubieten.
Hinzu komme, erinnert Temel, die Wohnbauförderung, die in Österreich vergleichsweise hohe Budgets besitze. Wien etwa gibt jährlich etwa 600 Mio. Euro für Wohnbauförderung aus; das ist wesentlich mehr als vergleichbar große deutsche Städte. Mit der Förderung seien auch Qualitätsanforderungen verbunden. „Das heißt“, so Temel, „die Förderung erhält man nur, wenn man bessere Wohnhäuser baut als ohne Förderung.“

Auch Österreich kann sich verbessern

Dennoch sieht er auch in Österreich deutlichen Verbesserungsbedarf in der Schaffung finanzierbaren Wohnraums. Entscheidend sei die Bodenpolitik, denn etwa auch in Wien seien die Preise massiv im Steigen begriffen: „Es braucht neue Ansätze der Bodenpolitik, um preiswerte Grundstücke für leistbaren Wohnbau durchzusetzen.“
Entscheidend für Temel ist am Ende aber auch der städtebauliche Ansatz, bei dem man auch in Wien lange Zeit wenig innovativ gewesen sei. Mittlerweile gebe es mit Projekten wie Aspern aber gute Ansätze. Gestaltung des öffentlichen Raums, die Stadt der kurzen Wege mit Nahversorgung im Wohnumfeld, Nutzungsmischung, neue Mobilitätsangebote - das sieht er als Kernelemente für eine städtebauliche Entwicklung rund um das geförderte Wohnen.
Wichtig ist für Temel die Beteiligung der Zivilgesellschaft. Noch immer baue die Wohnbaupolitik auf eine Kooperation zwischen Stadtpolitik und großen gemeinnützigen Wohnbauträgern. Das wäre gerade vor dem Hintergrund neuer Herausforderungen zu erweitern, etwa durch den Ausbau von Baugemeinschaftsprojekten.

Mittwoch, 13. Juli 2016

Gemeindebau als Endlosbaustelle ­ Mieter erzürnt

Leute! Zahlt einfach weniger Zins. Bis 30% können einbehalten werden. Das versteht Wiener Wohnen. 


Seit zwei Jahren ist ein Gemeindebau im 2. Wiener Bezirk für Sanierungsarbeiten eingerüstet. Doch seit Monaten war kein Bauarbeiter mehr vor Ort. Nachts klettern oft fremde Männer auf dem Gerüst herum. Die Mieter halten die Baustelle kaum noch aus ­ doch das werden sie wohl noch längere Zeit müssen: "Wegen eines Missverständnisses", so Wiener Wohnen. Eine der Leidtragenden ist Doris K. Ihr Blick aus dem Fenster wird seit vielen Monaten von dem Baugerüst "verschandelt". Und nicht nur das: Auch musste die Polizei bei Nacht immer wieder zum Gemeindebau ausrücken, weil sich fremde Männer auf dem Gerüst aufhielten. "Ich schlafe mit Pfefferspray und Taschenlampe", klagt eine ältere Bewohnerin des Hauses. "Natürlich muss saniert werden, aber wann geht das zu Ende?" Seit mittlerweile zwei Jahren ist der Gemeindebau schon eingerüstet. Wiener Wohnen versucht sich zu rechtfertigen: "Wegen eines Missverständnisses zwischen dem beauftragten Baumanager und der Fensterfirma wurden falsche Fenster eingebaut. Wir mussten einen Gutachter zur Klärung einschalten, es folgte eine monatelange Pause", sagt ein Sprecher. Statt bis 2015 soll die Sanierung nun bis Ende 2016 dauern. "Den Mietern werden keine Zusatzkosten entstehen." Für die Bewohner ist das allerdings nur ein schwacher Trost.  

Mittwoch, 7. Januar 2015

Mietpreise in Wien sind 2014 um 1,3 Prozent gesunken


Mietpreise gesunken? Bei wem?


07.01.2015 09:46:23 - Mieten in der Bundeshauptstadt bereits zum zweiten Mal in Folge leicht gesunken. Eigentum wurde in den letzten sieben Jahren um 47 Prozent teurer.

Wien (LCG) – Erfreuliche Nachrichten präsentieren die FindMyHome.at Eigentümer Bernd Gabel-Hlawa und Benedikt Gabriel mit dem aktuellen Immo-Barometer für das Jahr 2014: Bereits zum zweiten Mal in Folge sind die Mietpreise am freien Markt leicht gesunken. Zahlte man Ende 2013 noch 14,24 Euro pro Quadratmeter, liegt der Preis ein Jahr später bei 14,05 Euro und somit um 1,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Ein anderes Bild zeichnet jedoch die langfristige Betrachtung: In den letzten sieben Jahren stiegen die Mietpreise in Wien von 11,90 Euro um 18 Prozent. Verantwortlich für die aktuelle Preisreduktion ist laut den Immobilienexperten eine zunehmende Verschiebung der Nachfrage, die sich deutlich auf den Durchschnittspreis auswirkt. Während kleinere Objekte mit einer Fläche unter 60 Quadratmetern rund 15,50 Euro pro Quadratmeter kosten, haben größere Objekte jenseits der 120 Quadratmeter massiv nachgegeben und erzielen durchschnittlich nur mehr 13,66 Euro.

„Im unteren Größensegment hinkt das Angebot der Nachfrage deutlich hinterher. Das führt zu einer Preisentwicklung, die vor allem Singles und niedrigere Einkommen trifft“, fassen Gabel-Hlawa und Gabriel zusammen. Die sinkende Nachfrage nach größeren Immobilien erklären die FindMyHome.at Experten mit mehreren Gründen: „Als stabile Wertanlage haben sich viele Menschen in den letzten Jahren für Investitionen in Eigentum entschieden. Andererseits ziehen größere Unternehmen vermehrt aus Österreich ab, wodurch der Bedarf an größeren Einheiten für Expats stark rückläufig ist.“

Zwtl.: Eigentumspreis stieg 2014 nur moderat

Die Preise für Eigentumsimmobilien sind im zurückliegenden Jahr mit 0,7 Prozent nur sanft angestiegen. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis beläuft sich aktuell auf 4.462 Euro. In der langfristigen Perspektive ist die Teuerung jedoch signifikant: Seit 2007 ist der Preis um 47 Prozent gestiegen. „Wir sehen eine Stabilisierung auf einem vernünftigen Niveau, gehen aber für die Zukunft von einem moderaten Wachstum aus“, fassen Gabel-Hlawa und Gabriel zusammen. Das Investitionsvolumen aus dem Ausland habe 2014 spürbar nachgelassen und der heimische Investitionsmarkt wurde bereits in den letzten Jahren bedient, so die Experten.

Zwtl.: Stabiler Ausblick für 2015

Für das begonnene Jahr sehen die Immobilienexperten ebenfalls eine moderate Entwicklung voraus. Neuentwicklungen wie das Areal rund um den neuen Hauptbahnhof oder die Seestadt Aspern schaffen attraktive Angebote im Mietsegment. Infrastrukturinvestitionen wie der Bau neuer U-Bahn-Linien werden einige Stadtviertel langfristig aufwerten. Jedoch müsse sich Wien für den Zuzug einer Stadt in der Größenordnung von Graz in den nächsten Jahren rüsten und rechtzeitig neue Angebote schaffen, um eine Preisexplosion zu vermeiden, betonen die FindMyHome.at Eigentümer.

Obwohl Wohnen in Wien im EU-Vergleich als leistbar gilt, sehen Gabel-Hlawa und Gabriel die Politik gefordert, um diesen Zustand langfristig zu erhalten. Unter anderem sprechen sie sich gegen den Kategoriemietzins bei Altbauten aus und fordern eine Bepreisung, die sich ausschließlich nach dem Zustand der jeweiligen Immobilie richtet. Dadurch sehen sie auch den Erhalt des historischen Stadtbilds und den Anstieg von Investitionen in Bestandsimmobilien gewährleistet.

Zwtl.: Über das Immo-Barometer

Das Immo-Barometer basiert auf einer Datenquelle von rund 25.000 Objekten, die auf FindMyHome.at im Beobachtungszeitraum online angeboten werden. Die Daten werden durch Online-Angaben von Immobilienmaklern, Bauträgern und privaten Immobilienanbietern generiert. Diese stellen einen Durchschnitt der angebotenen Objekte dar und können von tatsächlichen Verkaufspreisen abweichen. Die angegebenen Bruttopreise beinhalten Mietpreise inklusive Betriebskosten und Umsatzsteuer. Angebote des geförderten Wohnbaus werden nicht erhoben. Datenquellenfehler und Irrtümer vorbehalten.

Zwtl.: Über FindMyHome.at

FindMyHome.at zählt zu den führenden Immobilienportalen, auf dem monatlich über 150.000 Menschen (Unique Clients) den Weg zur Traumimmobilie suchen. Aktuell werden auf dem Portal rund 25.000 Immobilien im mittleren bis gehobenen Qualitätssegment angeboten. Jährlich zeichnet FindMyHome.at die besten Makler des Landes als „Qualitätsmakler“ aus und setzt damit einen wesentlichen Akzent zur Steigerung der Qualität bei Immobilientransaktionen. Quartalsweise veröffentlicht das Portal das Immo-Barometer, in dem ein transparenter Überblick über die Immobilienpreise in Wien geboten wird. Weitere Informationen unter www.FindMyHome.at sowie www.facebook.com/FindMyHome.at.

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Mieten, Mieten und nichts wie Mieten - Die Ausweglosigkeit der Politik

 Laut Statistik Austria sind die Mieten im vergangenen Jahr um fünf Prozent angestiegen.
Durch die Zinssenkung bei den Wohnbaudarlehen werden im Burgenland auch die Mieten in Genossenschaftswohnungen weniger stark steigen. Das hat Wohnbaureferent Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) am Montag bekannt gegeben.
Das Land senkt den Zinssatz in der dritten und letzten Stufe der Rückzahlung von drei Prozent auf 1,5 Prozent. Grund ist das allgemein niedrige Zinsniveau. Davon hätten auch die Mieter von Genossenschaftswohnungen etwas, so Niessl. „Bei einem Zinssprung um drei Prozent müsste zum Beispiel ein Mieter einer 80 Quadratmeter großen Wohnung ab Jänner 2015 monatlich um 168 Euro mehr zurückzahlen. Bei einem Zinssatz von 1,5 Prozent steigt die Rate nur um 49 Euro an – das sind im Monat um 119 Euro weniger“, rechnete Niessl vor.
Das Land garantiert den gesenkten Zinssatz vorerst für drei Jahre. Die Zinssenkung betrifft zunächst aber nur einen Teil der Mieter - nämlich jene, die die Wohnbauförderung schon seit mindestens 22 Jahren zurückzahlen. Davon gibt es laut Auskunft bisher Genossenschaften keine.
Auch im Wiener Wahlkampf wird das Thema heiß bleiben. Aber das war es auch im Nationalratswahlkampf des Vorjahres. Im Frühjahr 2013 ging die SPÖ mit sieben Vorschlägen für billigeres Wohnen in die Offensive. Von Mietzinsbegrenzungen über die Einschränkung von Befristungen bis zur Wiedereinführung der Zweckwidmung der Wohnbauförderung reichten die Vorschläge.

Die Wiener Immobilien-Makler können sich mit neuen staatlichen Mietobergrenzen, wie sie zuletzt von der SPÖ gefordert wurden, erwartungsgemäß nicht anfreunden. Michael Pisecky, Spartenobmann der Wiener Wirtschaftskammer, hält diese für ein völlig ungeeignetes Mittel, um vermietbaren Wohnraum in Ballungsräumen zu erhalten und neuen zu schaffen. "Wir brauchen mehr leistbaren Wohnungsneubau und eine Mietpreisbremse, um Wohnen billiger zu machen", verlangt AK Präsident Rudi Kaske. 

Der starke Anstieg der Wohnungsmieten treibt die ohnehin hohe Inflationsrate in Österreich weiter in die Höhe. Rudolf Edlinger, ehemaliger Finanzminister und nunmehr Vizechef des Pensionistenverbands, forderte am Donnerstag den Gesetzgeber auf, endlich "auf die Bremse gegen die Mietenexplosion" zu steigen. Wie berichtet, sind die Mieten innerhalb eines Jahres um fünf Prozent gestiegen, was die Inflationsrate auf 1,7 Prozent in die Höhe trieb.

Der Wohnbau Wien war einmal weltberühmt und bis heute ist die Stadt Wien mit rund 220.000 Wohneinheiten der "größte Hausherr Europas". Die Bauten der Zwischenkriegszeit und der Nachkriegszeit waren sowohl in ihrer architektonischen aber auch in ihrer städtebaulichen Gestaltung vorbildlich und auf dem Stand der Zeit. Vor allem aber waren die Mieten günstig und die Stadt hat mit ihrem sozialen Wohnbau Werte für Generationen geschaffen. Davon ist nicht mehr viel übrig geblieben. Die extrem hohen Betriebskosten der Stadt mit ihren exorbitanten Gebühren- und Abgabenerhöhungen lassen das Wohnen auch im "sozialen Wohnbau" zu einem Luxusgut werden. Ein weiterer Grund dafür sind auch die unverhältnismäßig hohen Errichtungskosten bei Neubauten, obwohl bautechnisch möglichst "billig" gebaut wird. So werden die Wohnhausanlagen vorwiegend in Betonplattenbauweise mit Vollwärmeschutz errichtet. Das Ergebnis ist immer dasselbe: Durch die mangelnde Dampfdiffusionsdurchlässigkeit ist das Raumklima unangenehm. Dazu kommt die niedrige Bauhöhe der Aufenthaltsräume. Die Kondenswasserbildung in den Räumen führt wiederum zu erhöhter Schimmelbildung.
Menschen mit wenig Einkommen, die einfach froh seien, dass sie überhaupt eine Wohnung bekommen, würden oft zu viel Miete in Altbauwohnungen bezahlen. Durchschnittlich müssen Vermieter zwischen 4.000 und 5.000 Euro zurückbezahlen, zieht Christian Pultar, Geschäftsführer von MieteRunter nach einem Jahr Bilanz. Das Unternehmen prüft seit Herbst 2013 kostenlos Ansprüche von Mietern in Altbauwohnungen.

Die Miete von Altbauwohnungen ist gesetzlich durch die Richtwert-Grenzen geregelt. Das Hauptproblem seien die befristeten Mietverhältnisse, so Pultar. Es gehe nicht um große, schöne Wohnungen in Wiener Nobelbezirken, sondern um kleine Wohnungen. Sehr oft würden Personen mit Migrationshintergrund oder auch Alleinerziehende zu hohe Mieten bezahlen.

Es handelt sich bei den Projekten in der Polgarstraße 30a bzw. 32 um besonders kostengünstige Mietwohnungen, die aus dem Bauträgerwettbewerb "Kostengünstiges Wohnen" hervorgingen. Gewährt wurde eine Superförderung. Das heißt:
Unter anderem ist der Finanzierungsbeitrag - die Summe, die bei Vertragsunterzeichnung von den zukünftigen Mieterinnen und Mietern zu begleichen ist - besonders niedrig. Beide Liegenschaften wurden von der Stadt im Baurecht zur Verfügung gestellt, was sich zusätzlich kostenmindernd auswirkt.

Mittwoch, 26. November 2014

Regierung beim leistbaren Wohnen tatenlos

Grüne: Regierung beim leistbaren Wohnen tatenlos
Kaum kommt die Wahl näher, da melden sich schon die Grünen, die ja die ganze Zeit in der Stadtregierung gesessen sind, geschwiegen haben, jetzt plötzlich wieder zum Vorschein kommen, wie Lemminge. Schaut euch Wien wie es lebt von Karl Glanz mal an! http://www.amazon.de/gp/produc... karl+glanz via @ 
Die Grünen wissen alles, tun aber nichts, haben nie etwas getan und werden auch nichts tun. Das ist auch eine kapitalistische Partei, so wie alle anderen auch.

Die Anzahl der hochklassigen Apartments ist in Wien folglich überschaubar. Für eine „günstigere“ Wohnung müssen drei bis fünf Millionen Euro hingeblättert werden. In diesem Bereich gibt es in Wien aktuell rund 30 Wohnungen im Angebot. Zwischen fünf und zehn Millionen wird die Auswahl noch spärlicher. Aktuell werden bloß zehn Appartments in dieser Klasse feilgeboten. In der exklusiven Super-High-End-Klasse - für Käufer, die über zehn Millionen Euro ausgeben können - sind derzeit überhaupt nur drei Apartments am Markt.
Und die Grünen fordern und fordern. Offenbar haben sie vergessen, dass auch sie für diese Entwicklung verantwortlich sind.
1,3 Millionen Wienerinnen und Wiener wohnen in Mietwohnungen, 30.000 Wohnungen im privaten Sektor werden hier jedes Jahr neu vermietet. Durch die unbeschränkte Befristungsmöglichkeit sind tausende Familien jährlich unfreiwillig auf Wohnungssuche. Das Mietniveau steigt, Neuvermietungen werden immer teurer, wie ein aktuelles Beispiel aus Ottakring zeigt: Für 70 m2 Wohnfläche plus 4 m2 Terasse werden 1.000 Euro Miete verlangt, Heizung natürlich extra. Die neuen MieterInnen müssen 6.500 Euro Provision und Mietvorauszahlung auf den Tisch legen, bevor sie überhaupt den Mietvertrag bekommen, alles ganz legal.
Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) hat am Mittwoch Enteignungen durch die Stadt Wien zum Zweck der Wohnraumbeschaffung dezidiert ausgeschlossen. "Zur Stunde gibt es keinen Anlass für eine Enteignungsdiskussion", betonte das Stadtoberhaupt im Gemeinderat.
Der grüne Planungssprecher Christoph Chorherr hatte unlängst eine mögliche Enteignung von Grundbesitzern als "Ultima Ratio" ins Spiel gebracht. "Und ,Ultima Ratio‘ bedeute nicht ,ultimative Forderung‘, sondern ,letzte Möglichkeit‘", erteilte Chorherr in der heutigen Fragestunde den Abgeordneten eine Auffrischung in Latein - und als letztmögliche Option bleibe er auch dabei. Der Grün-Mandatar verwies darauf, dass gemeinnützige Wohnbauträger immer wieder den Mangel an leistbarem Grund beklagten.
Bei Umwidmung von Grün- in Bauland soll ein Teil der Gewinne der Öffentlichkeit zufließen
Die Grünen vermissen beim Thema leistbares Wohnen die Umsetzung zahlreicher Regierungsversprechen. Für eine Mietrechtsreform gebe es keinen Termin, Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) habe das wichtige Thema nach unten an die Bautensprecher der Regierung delegiert. "Das geht nicht dass sich der Minister seiner Verantwortung entledigt", so der Grüne Justizsprecher Albert Steinhauser.
Von den ursprünglich zugesagten 278 Millionen Euro für die Wohnbauoffensive seien nur mehr 180 Millionen Euro übrig geblieben. Und selbst diese blieben zu erheblichen Teilen ungenützt, da die Auszahlung an eine Cofinanzierung durch die Länder gebunden waren, und nur Wien mit 70 Millionen. Euro davon Gebrauch gemacht hat.
Moser fordert Umwidmung von Grün- in Bauland
Die Grüne Bautensprecherin Gabriela Moser fordert unter anderem Änderungen bei der Umwidmung von Grün- in Bauland. Ein Teil der satten Gewinne solle der Öffentlichkeit zukommen, denn die trage ja auch Kosten - etwa für die Anbindung an die Infrastruktur. Außerdem sei es ein großes Übel dass die Bürgermeister die Baubehörde 1. Instanz sind, denn diese würden vielfach die Bauordnung nach dem Bedürfen ihrer Wählerklientel auslegen.
Einmal mehr forderte Moser einen Baustopp für die drei großen Tunnelprojekte durch Semmering, Koralm und Brenner. "Wir nehmen Milliarden in die Hand für diese depperten Tunnel", so Moser am Mittwoch vor Journalisten. Sie erinnerte daran, dass der vollautomatisierte Tunnelausbau weit weniger Arbeitsplätze bringe als etwa die thermische Sanierung.
Steinhauser erinnerte auch an die langjährige Forderung der Grünen nach der Bezahlung der Maklergebühren durch die Vermieter.
Was Steinhauser nicht sagt, ist, dass in Wien 43 Wohnungen mit einem Quadratmeterpreis von mehr als 10.000 Euro sind frei sind. Das zeigt der erste Wiener Luxuswohnungsmarkt-Report von JP Immobilien. Demnach gibt es aktuell 43 freie Wohnungen mit einem Preis von mehr als 10.000 Euro je Quadratmeter. Spitzenreiter sind in der Innenstadt die ehemalige Bawag-Zentrale in der Seitzergasse (28.200 Euro), gefolgt vom Palais Principe am Hohen Markt (26.000 Euro, Gesamtpreis 14,2 Millionen). Die meisten der Objekte gibt es in der Innenstadt und in Döbling, einige auch in den Bezirken 2–9 und 18. Nächstes Jahr sollen laut JP-Geschäftsführer Daniel Jelitzka mehr als 100 weitere Luxus-Wohnungen hinzukommen. „Die Preise sind sehr stabil, die Nachfrage stagniert auf hohem Niveau.“ Die Spitzenmieten in Wien liegen bei rund 26 Euro pro Quadratmeter. In Paris zahlt man dagegen 66 Euro, in Moskau 68 Euro und in London gar 119 Euro. Auch die Lebenshaltungskosten liegen in Wien im weltweiten Vergleich im Mittelfeld - laut JP Immobilien belegt Wien im globalen Ranking Platz 32. Dagegen wird die Lebensqualität in Wien weltweit als am besten angesehen. Mercer hat etwa Wien bereits zum vierten Mal in Folge zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt. Jetzt wissen wir auch was Mercer bewertet. Es sind dies alle Dinge der der normal arbeitende Bürger sich nicht leisten kann. Darauf kann Wiener Wohnen wieder einmal stolz sein und nicht zu vergessen, Häupl, Ludwig, ...
Im krassen Missverhältnis dazu stehen auch die Quadratmeterpreise am Wiener High-End-Wohnungsmarkt. Aktuell zahlen Käufer im Luxus-Segment 15 bis 20.000 Euro pro Quadratmeter, und auch das bloß im verhältnismäßig kleinen Bereich rund um den Stephansdom und das „Goldene Quartier“, also dem Altstadt-Bereich rund um die Tuchlauben, Am Hof oder den Graben. Mit den internationalen Renditen auf Top-Immobilien kann Wien ebenfalls nicht mithalten. Spitzenreiter sind die Hauptstädte im Osten - Bukarest und nach wie vor Moskau mit 8,25 Prozent, gefolgt von Budapest und Bratislava um die 7 Prozent. kann Wien nicht bieten.
"Die Mieten in Wien steigen weiter, eine echte Mietrechtsreform auf Bundesebene ist dringend notwendig", fordert der Klubobmann der Grünen Wien, David Ellensohn, anlässlich eines aktuellen Falles in den Medien, bei dem das völlig undurchsichtige Mietrechtsgesetz offensichtlich wurde.
"Wir haben hier ein Problem, das wir in den Griff kriegen müssen. Die jahrzehntelangen Versäumnisse der Bundesregierung im Bereich Mietrecht betreffen Wien ganz massiv. VermieterInnen haben eine Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit. In der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland ist das so verankert, in der österreichischen leider nicht", so Ellensohn. "Die meisten Menschen, die eine neue Mietwohnung in Wien suchen, wissen nicht, wenn sie Wohnungsinserate in der Zeitung durchschauen, ob es sich dabei um einen legalen - freien - Mietzins handelt oder ob die Miete für die angebotene Wohnung vom Gesetz her eigentlich billiger sein sollte."
Und während die Bundesregierung den Ruf der Bevölkerung nach einem neuen Mietrecht tunlichst überhört, kann Wien zumindest die Bodenspekulation in die Schranken weisen.
Mit dem heute im Wiener Gemeinderat beschlossenen Wohnbau-Paket forciert die Stadt Wien noch einmal zusätzlich die kontinuierlich fortlaufende Schaffung von erschwinglichem Wohnraum. "Die Bereitstellung von weiteren 100 Millionen Euro, die wir in die Errichtung von zusätzlich rund 1.800 Wohnungen investieren, trägt entscheidend zur fortgesetzten - und sich schon derzeit auf Rekordniveau befindlichen - Neubauleistung bei", unterstreicht Stadtrat Michael Ludwig.
Außerdem sind heute im Wiener Gemeinderat mit dem aktuellen Wohnbau-Paket u.a. noch zusätzliche Förderungen für das moderne und innovative SMART-Wohnbauprogramm sowie auch für zielgerichtete Wohnungsverbesserungen für ältere BewohnerInnen beschlossen worden. "Wir sorgen damit weiterhin für erschwingliche Angebote, die sich aber auch durch Vielfalt und Individualität für unterschiedlichste Ansprüche auszeichnen", betont der Wiener Wohnbaustadtrat.
"Vizebürgermeisterin Brauner schaufelt weiter am Milliardengrab für uns Jugendliche. Wir brauchen uns nicht wundern, dass die Menschen kein Vertrauen mehr in die Politik haben, wenn ständig nur Gebühren erhöht werden und doch wieder eine Neuverschuldung rausschaut!" Die wichtigste Frage jedoch sei: "Bei acht Milliarden Euro Gesamtverschuldung frage ich mich, welche Investitionen getätigt werden, wenn dann die Arbeitslosenzahlen weiter steigen!" Wenn sich eine Situation wie die in Wien deutlich verschlechtert - Anstieg der Arbeitslosigkeit um mehr als elf Prozent, Zuzug von jährlich 25.000 Personen bei einem strukturellen Rückgang von Arbeitsplätzen, steigende Sozialausgaben bei Rekordverschuldung der Stadt Wien - dann muss dieser Zug doch einmal gestoppt werden und sich die Stadtregierung des Ernstes der Lage bewusst werden.
Dass Wirtschaftspolitik nicht die Stärke dieser rot-grünen Stadtregierung sei, wirke sich leider auch auf die Wissenschafts- und Forschungspolitik in der Stadt aus. Zahlreiche Indikatoren wie die Arbeitsmarktstatistik, die Zahl der angemeldeten Patente oder auch die Zahl der abgewanderten Betriebe würden belegen, wie wenig wirtschaftsnah die Forschungspolitik der Stadt Wien sei. Es handle sich dabei lediglich um einen "konzeptionellen Fleckerlteppich" und keine strategisch vernünftig ausgerichtete Politik. Der Aufbruch zur "Science City Wien" sei damit in weiter Ferne. Der Gemeinderat kritisierte, dass es nach wie vor keinen "One Stop Shop" in Wien gebe, um kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu Forschungsförderungen zu erleichtern. Bei rund 20 Förderstellen in dieser Stadt mit sehr unterschiedlichen und komplexen Anforderungen seien viele kleine Unternehmen überfordert. Die Entwicklung einer zentralen serviceorientierten Förderstelle wäre durchaus auch eine Arbeit für den Wissenschaftsbeauftragten Van der Bellen gewesen. Stattdessen gebe es jedoch Dank ihm nun zwei statt einem Druckwerk zum Thema Wissenschaft in dieser Stadt. Die grüne Regierungsbeteiligung hat damit zu weiteren Doppelgleisigkeiten geführt, statt diese einzudämmen.

(APA, 26.11.2014, Kurier, Standard)

Montag, 3. November 2014

Finanzkrise in Wien

Die Finanzkrise, die Sparpolitik in Europa, die falschen Prognosen der Wirtschaftsforscher, der Bevölkerungsboom: Für SP-Finanzstadträtin Renate Brauner gibt es viele "Schuldige", wenn sie die steigenden Schulden der Bundeshauptstadt rechtfertigen muss. Mit über fünf Milliarden Euro steht Wien in der Kreide. Damit bestätigt sich auch ein Rechnungshofbericht.
Auch 2015 wird Wien mehr ausgeben als einnehmen - für Brauner eine Notwendigkeit, um "nachhaltige Investitionen" zu sichern. 12,52 Milliarden Euro Einnahmen stehen 12,74 Milliarden Ausgaben gegenüber. Das ist ein Minus von 220 Millionen Euro für 2015. Das Defizit wird zwar kleiner, der Schuldenberg wächst aber weiter - auf über fünf Milliarden Euro.
Teurer als 2014 kommen die Stadt vor allem die Ressorts Gesundheit, dessen Budget durch den Bau des KH Nord von 3,49 auf 3,64 Mrd. Euro steigt, und Bildung, wo beispielsweise der beitragsfreie Kindergarten mit 700 Mio. Euro zu Buche schlägt.
Mit Ende 2014 wird die Stadt einen voraussichtlichen Schuldenstand von 4,88 Mrd. Euro und damit um 244 Mio. Euro mehr als noch Ende 2013 haben. Allerdings sei die Pro-Kopf-Verschuldung der Hauptstadt mit 2.662 Euro pro Wiener vergleichsweise gering, meinte die Finanzchefin.
Wohin fließt das Geld? Deutlich mehr erhält der Bereich Gesundheit und Soziales (3,64 Milliarden). Gründe: sehr viele Arbeitslose, der Umbau des Spitals- und Geriatriewesens, mehr Unterstützung für die Ärmsten. Allein der Fonds Soziales Wien bekommt 928 Millionen. Dieser finanziert damit auch umstrittene Drogenprojekte.
Auch die wachsende Stadt stelle das Budget vor Herausforderungen: Mehr Wiener bräuchten auch mehr U-Bahnen, Schule und Spitäler, um die Lebensqualität zu erhalten, so Brauner. Diesen Investitionen stehe aber immer der „Hemmschuh“ Stabilitätspakt im Weg. Erneut forderte die Finanzchefin, in Zukunft nachhaltige Investitionen aus den strengen Maastricht-Kriterien ausnehmen oder zumindest über längere Zeit abschreiben zu dürfen. Berechnet man die Neuverschuldung nach dem Maastricht-Saldo, beträgt diese im kommenden Jahr 298,14 Mio. Euro.
Zum ersten Mal ortete die Finanzstadträtin Bewegung auf europäischer Ebene: „Ich bin sehr optimistisch, dass die neue Kommission hier zu Änderungen bereit ist. Ich hoffe, schon in Jahresfrist.“ Für Wien würde etwa schon die Ausnahme der Investitionen in U-Bahnausbau und Krankenhaus Nord eine deutliche Annäherung an das für 2016 vorgeschriebene ausgeglichene Budget bedeuten, rechnete Brauner vor. Sollte sich der Stabilitätspakt bis 2016 nicht flexibler gestalten, werde man auf die Kooperation mit privaten Partnern setzen.
Weil Wien stark wächst, braucht es Wohnungen. 641 Millionen Euro sind für Neubau und Sanierung vorgesehen. Dazu kommen hohe Ausgaben für Kindergärten, Schulen und Verkehrsmaßnahmen (Öffi-Ausbau).
Das Kulturbudget wird um sieben Millionen Euro auf 246,8 Millionen aufgestockt. Der Personalstand im Magistrat inklusive Wiener Wohnen, Krankenanstaltenverbund und Wien Kanal bleibt mit 59.100 Stellen nahezu unverändert.
Brauner bestätigt mit ihrer düsteren Prognose jenen Rohbericht des Rechnungshofs, welcher der "Krone" im September zugespielt wurde. Damals mahnten die Prüfer des RH besonders die unvollständige Darstellung der Bankverbindlichkeiten städtischer Unternehmen ein.

Ein weiterer Kritikpunkt: Die Verwaltung der 34 direkten Beteiligungen der Stadt an Unternehmen ist auf 13 Magistratsabteilungen und die Wien Holding aufgeteilt. Dazu komme, dass "sämtliche 144 Unternehmensbeteiligungen der Stadt anteilige Verbindlichkeiten von insgesamt 3,11 Milliarden Euro ausweisen".

Dienstag, 7. Oktober 2014

Die Leere der Stadt

Nach mehreren, aber bis dato erfolglosen Gesprächen zur Leerstandsproblematik mit der Stadt Wien erhöhte die IG Kultur Wien mit einer Unterschriftenaktion im Kulturbereich zur Petition Leerstand den Druck. Das seitens der Stadt lange, seit 2010 angekündigte ressortübergreifende Leerstandsmanagement muss endlich umgesetzt werden

Denn obwohl genug Räume leer stehen, wird der Bedarf an Räumlichkeiten für kreative, soziale oder künstlerische Arbeit abseits der reinen Verwertungslogik bei weitem nicht abgedeckt. Im Gegenteil, es steigt dieser Bedarf. Lösungsansätze sind vorhanden - die im Auftrag der IG Kultur Wien und der MA 18 fertiggestellte Studie „Perspektive Leerstand“ bietet eine Übersicht von international erfolgreichen Beispielen.

Die Petition wurde bis Ende August von insgesamt 1095 Gruppen und Personen aus dem Kulturbereich unterstützt. Damit wurde unser Ziel von 1000 UnterzeichnerInnen trotz geringer Mittel übertroffen.
Bürgermeister Michael Häupl, Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou sowie die StadträtInnen Renate Brauner, Michael Ludwig und Andreas Mailath-Pokorny wurden mit unserer Petition und den Unterschriften konfrontiert und um ihre Stellungnahme bis Ende September gebeten. Bis zum 6. Oktober, kamen aus den Büros von Finanzstadträtin Brauner und Kulturstadtrat Mailath-Pokorny Antworten, die als ein klares Bekenntnis zu einer ressortübergreifenden Lösung für Leerstand in Wien zu deuten sind. Stadtrat Ludwig wird uns seine Antwort nach seinem Auslandsaufenthalt zu kommen lassen. Vizebürgermeisterin Vassilakou, auch für BürgerInnenbeteiligung zuständig, und Bürgermeister Häupl blieben uns bislang eine Antwort schuldig. In einem gestrigen Gesprächstermin mit dem Kulturressort wurden wir darüber informiert, dass immerhin eine ressortübergreifende Zwischenstelle geplant ist, der Fokus allerdings vorerst nur auf dem Kulturbereich liegen wird.
Und gleichzeitig setzt die Wirtschaftsagentur Wien gezielt auf innovative Impulse.
Wien. Es ist ein immer wiederkehrendes Phänomen: Dort, wo Großstädte wachsen und Wohnraum immer knapper wird, steigt auch die Anzahl des spekulativen Leerstands. Ob Wien davon auch betroffen ist, lässt sich allerdings nicht sagen. Offizielle Zahlen gibt es nicht und sollen auch in Zukunft nicht erhoben werden, heißt es dazu aus dem Büro des Wohnbaustadtrats Michael Ludwig (SPÖ). Und der Leerstandsmelder der IG Kultur Wien, wo man online leer stehende Objekte eintragen kann, ist aufgrund seiner Unvollständigkeit auch kein Gradmesser.
Ein Thema ist Leerstand in Wien aber allemal - viele der betroffenen Objekte sind mittlerweile auch der Öffentlichkeit bekannt. Als prominentestes Beispiel ging im Sommer das Haus in der Mühlfeldgasse 12 im 2. Bezirk durch die Medien. Aber auch das Woolworth-Gebäude am Floridsdorfer Pius-Parsch-Platz oder das ehemalige Post- und Telegrafenamt im Börseviertel stehen seit Jahren leer.
Die Stadtregierung ist sich des Problems bewusst. So wurde das Thema Leerstand auch im Regierungsübereinkommen behandelt, wenn auch nur für Erdgeschoßzonen: "Ziel ist es, die vermehrt auftretenden Leerstände von Straßenlokalen zu reduzieren. Als Basis für diese Maßnahmen ist der Status quo zu erheben - inklusive einer Erhebung rechtlicher Möglichkeiten", heißt es dort. Und weiter: "Im Rahmen der Wirtschaftsagentur Wien wird ein entsprechender Schwerpunkt samt Ansprechperson festgelegt."
Ein Ergebnis gibt es bis dato aber noch nicht. Es werde an einer Lösung seit einiger Zeit gearbeitet, sagt Gerlinde Riedl, Sprecherin des Kulturstadtrates Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ). "Die Stadt Wien wird in Bälde ihre Vorstellungen zum Thema Leerstand präsentieren", so Riedl. Und: "Selbstverständlich" noch in dieser Legislaturperiode. Mehr könne sie dazu aber nicht sagen.
Hinter verschlossenen Türen
Auf das Thema aufmerksam machen will nun die IG Kultur Wien und Österreich, eine Interessengemeinschaft von freien und autonomen Kulturarbeitern. Das ressortübergreifende Leerstandsmanagement müsse endlich umgesetzt werden, so die Forderung.
In einer Online-Petition gegen den Leerstand wurden bis Ende August 1095 Unterschriften gesammelt. Das Ziel von 1000 Unterzeichnern wurde damit erreicht, sagt Willi Hejda, Vorstand der IG Kultur Wien. Von den Reaktionen der Stadtpolitik auf die Petition sei er aber enttäuscht gewesen. "Es fehlen konkrete Antworten aus der Politik." Und die Werkzeuge der Stadtregierung seien intransparent. "Für uns ist nicht nachvollziehbar, was verhandelt wird. Die Stadtregierung agiert hinter verschlossenen Türen", kritisiert Hejda.
Laut der Stadtsoziologin Mara Verlic und Projektleiterin der Studie "Perspektive Leerstand" ist Leerstand in Wien ein Ergebnis des angespannten Wohnungsmarktes. Die Mietpreise und Zwangsräumungen würden von Jahr zu Jahr steigen. 20.500 Räumungsklagen habe es im vergangenen Jahr gegeben, 95 Prozent aufgrund fehlender Mietleistungen. In Wien könne man davon ausgehen, dass es sich in vielen Fällen um spekulativen Leerstand handelt. Hier sei die Politik gefordert, sagt Verlic. Denn das Mietregulierungsgesetz sei ebenso zahnlos, wie der Richtwertmietzins, an den sich niemand halten würde.
"Rosa-Lila-Gemeindebau"
Marty Huber, Sprecherin der IG Kultur Österreich, kritisiert den "fehlenden Mut" der Stadt. Es sei schon lange her, dass sie diesen bei Leerstand gezeigt hätte. Anfang der 1980er Jahre sei die Rosa-Lila-Villa an der Linken Wienzeile auch leer gestanden und hätte ein Parkplatz werden sollen. "Die Stadt hat sich dann aber doch für den heutigen Rosa-Lila-Gemeindebau umentschieden."
Vonseiten der IG Kultur will man die Thematik nun in den Nationalrat und den Gemeinderat tragen. Ab Mittwoch soll es dazu nun zwei weitere Petitionen geben. Forderungen darin sind unter anderem eine Steuer auf Leerstand oder die Wiederaufnahme des Gemeindebaus durch die Stadt Wien.
Im Büro des Wohnbaustadtrats zeigt man sich verwundert über die Forderungen: "Auf dem Wohnungsmarkt gibt es keinen besorgniserregenden Leerstand", sagt der Sprecher Hanno Csisinko. "Man braucht in einer Stadt eine Mobilitätsreserve, etwa für Umzuge und Sanierungen. Sonst haben wir eine Wohnungsnot. Eine vernünftige Wohnungsreserve liegt zwischen drei und fünf Prozent des Wohnungsmarktes. Und da liegen wir genau in dem mittleren Bereich drinnen."
"Bei Stadtentwicklungsprojekten setzt die Wirtschaftsagentur Wien gezielt auf innovative Impulse im Immobilienbereich - zum Beispiel durch das Technologiezentrum aspern IQ. Dadurch fördern wir vielfältig unternehmerischen Innovationsgeist. Ob mit modernen Gebäuden, Beratungen für GründerInnen und JungunternehmerInnen oder Förderprogrammen wie z.B. für großangelegte Standortmaßnahmen stärken wir den Wirtschaftsstandort Wien", so Gerhard Hirczi, Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Wien.
"Die Wien Holding und ihr Tochterunternehmen WSE Wiener Standortentwicklung betreiben Projektentwicklung im Sinne der WienerInnen sowie im Sinne des Standorts. Es sind nicht immer die einfach realisierbaren Vorhaben, die von uns umgesetzt werden. Aber es sind jene Projekte, die der Stadt und ihrer Wirtschaft einen Mehrwert liefern. Die Expo Real ist eine gute Gelegenheit, um unsere Leistungen einem internationalen Publikum zu präsentieren", sagte Wien Holding-Geschäftsführerin Sigrid Oblak.
"Standortentwicklung ist für uns nicht nur eine Worthülse. Die WSE hat die Aufgabe, Projekte und Standorte über ganz Wien verteilt so zu entwickeln, dass sie nicht nur für die Stadt, sondern auch für das direkte Umfeld und die Menschen in Wien einen Mehrwert schaffen. Die Expo Real bietet für uns nicht nur die Gelegenheit, unser Portfolio zu präsentieren. Auf einer internationalen Messe wie dieser haben wir auch die Möglichkeit, uns mit Unternehmen, Institutionen und Städten auf der ganzen Welt auszutauschen und so voneinander zu lernen", so WSE-Geschäftsführer Stephan Barasits bei der Standeröffnung.