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Donnerstag, 30. Januar 2020

Mythos Wiener wohnen

Über den Wiener Wohnungsmarkt, vor allem die Situation für Mieter, wird zumeist in den höchsten Tönen geschwärmt. Das Thema ist nicht neu: Die Mieten sollen besonders günstig sein, der Markt für Investoren dennoch attraktiv, obwohl streng reguliert, denn er gilt als stabil. Dazu kommt, dass Wien wächst und in Rankings immer wieder zu den lebenswertesten Städten weltweit zählt. Doch ist Wien tatsächlich ein "Paradies für Mieter" und ein Vorbild für eine bessere deutsche Wohnungspolitik? Eine Studie von Empirica zum Wiener Wohnungsmarkt im Auftrag der Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland (BID) hat den Markt analysiert. In manchen Bereichen könnte Wien Modell sein, etwa in Sachen Bodenpolitik, in anderen Bereichen kommen die Studienautoren zu vernichtenden Ergebnissen. "In der Summe wohnt es sich trotz allem in Wien im Durchschnitt nicht günstiger als in deutschen Metropolen und erst recht nicht sicherer, hochwertiger oder stressfreier." Fazit von Empirica-Ökonom Prof. Dr. Harald Simons Die Studie stand am 29. Januar in Berlin auch im Mittelpunkt einer Diskussionsrunde unter dem Arbeitstitel "Wohnungsmarkt Wien – Eine wohnungspolitische Analyse aus deutscher Sicht". Teilgenommen haben Empirica-Vorstand Prof. Dr. Harald Simons, Axel Gedaschko, GdW-Präsident und Vorsitzender der BID und der Geschäftsführer des Deutschen Mieterbundes, Ulrich Ropertz, unter der Moderation von Michael Fabricius, Leitender Redakteur Immobilien der "Welt". Geringere Mieten stehen mehr Mieterpflichten gegenüber Zumindest im Gemeindebau sind die Wiener Mieten im Vergleich zu jenen deutscher Metropolen zum Teil niedriger. So liegt der Studie zufolge die tatsächlich gezahlte durchschnittliche Bestandsmiete (bruttokalt) beispielsweise in Wiener Altbauten mit 9,20 Euro pro Quadratmeter zwar niedriger als in München (zirka 10,40 Euro pro Quadratmeter), aber deutlich höher als in Berlin (7,52 Euro) oder Hamburg (8,94 Euro). Dafür, so die Autoren, übernehmen die Mieter in Wien mehr Pflichten als die Mieter in Deutschland, etwa Investitionspflichten. Auch sind sämtliche Nebenkosten, etwa für die Wohnungsverwaltung, auf die Mieter umlegbar, sodass die kalten Betriebskosten in Wien mit 2,35 Euro pro Quadratmeter und Monat zwischen 0,75 und 0,85 Euro pro Quadratmeter höher sind als in den deutschen Metropolen. "Im Teilmarkt der privaten Altbauten sind die Wiener in der Praxis schlechter gestellt als die Mieter in den deutschen Metropolen. Außerdem ist das hochkomplexe mietrechtliche System, das sich in den Teilmärkten deutlich unterscheidet, sehr streitanfällig." Auszug aus der Empirica-Studie Neuvertragsmiete ist nicht gleich Neuvertragsmiete Das mit knapp zehn Prozent kleinste Marktsegment sind in Wien die privaten, frei finanzierten Mietwohnungen und in Bezug auf die Regulierung laut Simons "fast vergleichbar mit dem allgemeinen Wohnungsmarkt in Deutschland ohne Mietpreisbremse". Allerdings mit der wesentlichen Einschränkung, dass auch hier sachgrundlose Befristungen des Mietvertrages möglich sind. Die Neuvertragsmieten liegen hier nach Berechnungen von Empirica mit 13,60 Euro pro Quadratmeter bruttokalt etwas höher als in Hamburg (13,13 Euro), aber deutlich niedriger als in München mit 18,79 Euro pro Quadratmeter. "In der Gesamtzusammenschau ist der Mieter frei finanzierter Wohnungen in Wien etwas schlechter gestellt als in deutschen Metropolen, da bei vergleichbarem Mietniveau die Sicherheit des Mietverhältnisses aufgrund der möglichen Befristung niedriger ist." Auszug aus der Empirica-Studie Neuvertragsmiete sei auch nicht gleich Neuvertragsmiete, so die Studienautoren, die auch falsch verwendete Begrifflichkeiten dafür verantwortlich machen, dass in der deutschen Öffentlichkeit häufig ein falsches, zu rosiges Bild vom Wiener Wohnungsmarkt entsteht: Die Wiener "Neuvertragsmiete" sei eher mit der deutschen Mietspiegelmiete vergleichbar, die auch in Deutschland deutlich unter den deutschen "Neuvertragsmieten" liege, lautet eine Erklärung. Gemeindewohnungen, fehlender Neubau und soziale "Entmischung" Das nach eigenen Angaben größte kommunale Wohnungsunternehmen der österreichischen Hauptstadt ist die "Wiener Wohnen" mit knapp 210.000 Wohnungen (31 Prozent des Mietwohnungsbestandes). Rund 27 Prozent davon sind der Studie zufolge Altbauten aus der Zwischenkriegszeit, darunter der berühmte Karl-Marx-Hof. Knapp 60 Prozent des Bestandes stammen demnach aus den Baujahren 1950 bis 1970. Die Bestände der Wiener Wohnen liegen laut Sozialraumatlas der Stadt Wien fast ausschließlich in sozial schwachen Baublöcken; nur wenige Gebäude, meist in den zentralen Bezirken, liegen in sozial unauffälligen Baublöcken. Das habe dazu geführt, heißt es in der Studie, dass die soziale Mischung abgenommen habe. In den vergangenen 40 Jahren hat die Wiener Wohnen nur noch wenige Wohnungen errichtet, 2004 wurde der Neubau völlig eingestellt. Mit der Folge, so die Studie, dass das Unternehmen kein Akteur in der Stadtentwicklung mehr ist, obwohl Wien nach 80 Jahren Bevölkerungsrückgang seit dem Jahr 2000 wieder wächst. 2015 hat die Stadt Wien für den Neubau von Wohnungen eine neue kommunale Gesellschaft, die Wiener Gemeindewohnungsbaugesellschaft mbH, gegründet. "Deutschen Städten kann daher nicht empfohlen werden, dem Wiener Beispiel zu folgen, ganz abgesehen von der Frage, woher die ganz erheblichen Mittel für den Aufbau des Wohnungsbestandes kommen sollen." Auszug aus der Empirica-Studie Und was ist mit den geförderten Wohnungen? Einen Lichtblick bietet der Studie zufolge das Segment der geförderten Wohnungen: Dieser Bereich umfasst rund 26 Prozent des Mietwohnungsbestandes und das Marktsegment wächst dank Neubau. Im Jahresdurchschnitt 2010 bis 2017 wurden pro Jahr 5.900 Geschosswohnungen errichtet, so die Wissenschaftler. Dies entspricht zwischen 60 und 80 Prozent des Geschosswohnungsneubaus in Wien. Bauträger und Eigentümer der geförderten Wohnungen sind neben gemeinnützigen Wohnungsunternehmen und Genossenschaften aber auch private Bauträger. Die städtebauliche und architektonische Qualität der geförderten Neubauwohnungen ist in Wien besonders hoch und entspricht eher dem höheren Eigentumssegment in Deutschland. Dieser Sektor wird in Deutschland häufig mit "Sozialwohnung" betitelt, was nicht ganz korrekt ist. Zum einen seien die Einkommensobergrenzen fast dreimal so hoch wie etwa in Berlin (knapp 4.000 Euro netto pro Monat für Ein-Personen-Haushalte), zum anderen müssten Mietinteressenten einen Beitrag zur Finanzierung (Eigenmittelbeitrag) leisten: Bei Erstbezug sind der Studie zufolge 500 Euro pro Quadratmeter einzuplanen, fällig bei Mietvertragsabschluss. Zum dritten hat fast jeder Mieter seit dem Jahr 2000 einen gesetzlichen Anspruch auf den Erwerb seiner geförderten Wohnung zwischen fünf und 30 Jahre nach Fertigstellung. "Im Ergebnis könnte der geförderte Wohnungsbau in Wien durchaus ein interessantes Modell für Deutschland sein, da er überwiegend dem politischen Ziel einer Erhöhung der Eigentümerquoten dient." Auszug aus der Empirica-Studie Die Kaufoption besteht bei allen geförderten Wohnungen unabhängig von der Rechtsform des Bauträgers (Gemeinnützige Baugesellschaft, Genossenschaft, gewerblicher Bauträger). Clevere Idee: Smart-Wohnungen Vergleichbar mit dem sozialen Wohnungsbau in Deutschland ist eine Unterart des geförderten Wohnungsbaus in Wien: Smart-Wohnungen. Sie zeichnen sich durch einen sehr niedrigen Eigenmittelbeitrag von rund 60 Euro pro Quadratmeter aus. Der sonst vom Mieter zu zahlende Eigenbeitrag wird durch zusätzliche Förderkredite an die Bauträger ersetzt, auch "Superförderung" genannt. Eine Kaufoption für die Mieter besteht nicht. Das Konzept gibt es seit 2012. Die Miete liegt bei monatlich 7,50 Euro pro Quadratmeter bruttokalt. Smart-Wohnungen zeichnen sich durch kleine Wohnflächen aus, die vorgeschrieben sind (durchschnittlich maximal 65 Quadratmeter). Die geringen Wohnflächen erfordern eine besonders kompakte Bauweise. "Smart-Wohnungen könnten im Vergleich zu deutschen Sozialwohnungen vor allem aufgrund ihrer kostengünstigen Bauart ein interessantes Architekturmodell für Deutschland sein." Auszug aus der Empirica-Studie Förderung und Bodenpolitik Die wohnungspolitischen Ausgaben in Wien sind laut Empirica deutlich höher als in deutschen Metropolen und konzentriert auf die Objektförderung: In den Jahren 2018/2019 habe die Stadt Wien pro Einwohner etwas mehr als doppelt so viel für die Neubauförderung ausgegeben als Berlin. Die Subjektförderung ist hingegen ausgesprochen niedrig. In der Bedarfsorientierten Mindestsicherung, vergleichbar mit dem Arbeitslosengeld II in Deutschland, liegen in Wien die Mietobergrenzen für einen Ein-Personen-Haushalt mit 323 Euro pro Monat niedriger als in Berlin (404 Euro), Hamburg (481Euro) oder München (660 Euro). "Ein mögliches Vorbild für Deutschland kann die Bodenpolitik Wiens sein. Die Stadt betreibt eine viel aktivere Bodenvorratspolitik als deutsche Städte." Auszug aus der Empirica-Studie Der Bodenfonds verfügte der Studie zufolge Ende 2018 über einen Flächenvorrat, der für zehn Jahre ausreicht, obwohl der größere Teil des gesamten Neubaus von Mehrfamilienhäusern auf Flächen des Bodenfonds realisiert wird. Wohnbauland wird zu Preisen von gerade einmal 240 bis 300 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche verkauft, was höchstens ein Viertel der Baulandpreise in deutschen Metropolen ist. Entscheidend für den Erfolg: Der Bodenfonds kann beim Ankauf von Bauerwartungsland von privaten Eigentümern aus einer echten Monopolposition heraus verhandeln; und Eigentümer von Bauerwartungsland können faktisch nur an den Bodenfonds verkaufen, sodass dieser die Preise diktiert. In Deutschland sehen sich die Kommunen demnach häufig einem faktischen Monopolisten gegenüber, der die Preise diktiert und warten kann.

Mittwoch, 8. März 2017

WK: 20.000 Gemeindewohnungen angeblich leer

Laut Wiener Wohnen bis 25 Kündigungen im Jahr. Was nicht stimmt. Lt. Gericht sind es ca. 6000.

Und die Wohnungen müssen leer stehen, weil sie auf Kategorie A renoviert werden, da dürfen sie 1 Jahr nicht vermietet werden. Es geht eben nichts über den Profit.

In Wien stehen angeblich 50.000 Wohnungen leer, darunter 20.000 Gemeindewohnungen, behaupten Immobilienfirmen und die Wirtschaftskammer. Wien wächst jedes Jahr stark, und daher werden Wohnungen dringend benötigt.
Laut Schätzungen der Immobilienbranche werden 2017 rund 8.000 Wohnungen fertiggestellt. Tatsächlich braucht es aber 15.000. Neue erschwingliche Wohnungen zu bauen dauert lange, helfen könnte aber, sich leer stehende Wohnungen in Wien genauer anzuschauen. Immobilienexperten schätzen, dass 50.000 Wohnungen gehortet werden - der größte Teil privat, aber auch im Gemeindebau.

Also sollte man erst alle Möglichkeiten des sozialen Wohnbaus ausschöpfen und „dann möglicherweise auch die private Wohnungswirtschaft in die Verpflichtung nehmen“, meint Pisecky.

Laut Wiener Wohnen bis 25 Kündigungen im Jahr

Rund 220.000 Gemeindewohnungen gibt es - für die Verwaltung ist Wiener Wohnen zuständig. Dort weist man die Vorwürfe zurück: „Wiener Wohnen geht jeder Meldung über Nichtbenützung oder Untervermietung nach. Sofern sich ein Verdacht bestätigt, wird ausnahmslos die gerichtliche Kündigung eingebracht.“
20 bis 25 solcher Kündigungen gibt es laut Wiener Wohnen im Jahr. Bei der Stadt heißt es, die Zahl der ungenutzten Wohnungen sei nicht nachvollziehbar. Die Immobilienwirtschaft hat auch keine konkret nachprüfbare Zahlen, aber dafür Lösungsvorschläge, um ein genaueres Bild zu bekommen, so Pisecky: „Ich glaube, man könnte sehr einfach die Postzusteller fragen oder die Hausmeister fragen, wie viele der Wohnungen denn nicht laufend wirklich bewohnt sind.“

Derzeit nur eine Überprüfung der Kriterien

Die Interessenvertreter gehen auch, nicht ganz uneigennützig, einen Schritt weiter: „Als Vertreter der Immobilientreuhänder in Wien sind wir gerne bereit, partiell auch Verwaltungen von Gemeindebauten zu übernehmen, um ein Benchmarking für die Verwaltung von Wiener Wohnen haben.“ Bis dahin heißt es: Wo kein Kläger, da kein Richter. Derzeit wird nur einmal, und zwar bei der Vergabe, überprüft, ob der Bewohner in der Gemeindewohnung die Kriterien erfüllt.

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Delogierungen

und wer besucht die säumige Wiener Wohnen?
Speziell ausgebildete SozialarbeiterInnen bieten vom Wohnungsverlust bedrohten MieterInnen Hilfe zur Selbsthilfe. Wohnbaustadtrat Michael Ludwig und die stellvertretende-Direktorin von Wiener Wohnen, Karin Ramser, präsentierten  die neue Unterstützungseinrichtung. Dennoch ließ sich bisher in rund 900 Fällen pro Jahr – bei weniger als 0,5 Prozent der Haushalte in Gemeindebauten – eine Delogierung nicht mehr vermeiden. Rund ein Zehntel der Räumungsklagen münden damit tatsächlich in eine Delogierung. Und das ist eine Lüge, dass weiß Ludwig und Ramser sehr wohl. Die Lügen wenn sie den Mund aufmachen. Gut ist nur, dass Ludwig die Faschisten besucht hat, da hat er uns gezeigt, wie er tickt! Ramser wird auch so ticken. Was ist mit Neumayer? Hat er sich vertschüßt? Im SPÖ-internen Richtungsstreit haben sich damit die Grenzen der Flügel völlig aufgelöst bzw. sogar die Positionen getauscht. Der Donaustädter Bezirksvorsteher, Ernst Nevrivy, hatte gefordert, „die soziale Frage wieder in den Vordergrund zu stellen“. Ludwig forciert denselben Weg bzw. Themen, die traditionell dem linken Parteiflügel zugeordnet werden und stellt nun sogar Sozialarbeiter ein – während die prominenteste Vertreterin des linken Flügels, Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely, eine jahrelange Wartefrist für Mindestsicherungsbezieher, die neu nach Wien kommen, ins Gespräch gebracht hat. Ludwig versucht verzweifelt doch noch als Bürgermeister ins Gespräch zu kommen, wenn das nicht klappt, dann hooft er auf die FPÖ. Jährlich werden bei Wiener Wohnen rund 10.000 Räumungsklagen eingeleitet. Nur etwa neun Prozent enden tatsächlich in einer Delogierung – weil hier bestehende Angebote nicht angenommen werden. Diese neun Prozent sind trotzdem 1800 Personen, weshalb Ludwig hier mit Sozialarbeitern ansetzen will. Ludwig betont, dass Sozialarbeiter zwar Geld kosten würden. Das würde sich für die Stadt aber schon ab der dreiundzwanzigsten verhinderten Delogierung (eine kostet die Stadt 32.700 Euro) rentieren: Immerhin müssten Delogierte vom sozialen Netz der Stadt aufgefangen werden, „was entsprechende Kosten verursacht – von allem menschlichen Leid einmal abgesehen“, so Ludwig. Das menschliche Leid zählt nur vor einer Wahl, sonst weiß er nicht einmal, was das ist.

Ich verlange Gerechtigkeit! Das wird von Wiener Wohnen und der Justiz verwehrt.



http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20161214_OTS0112/korrektur-ludwigramser-soziale-wohnungssicherung-neue-serviceleistung-im-kundenmanagement-von-wiener-wohnen

Montag, 12. Dezember 2016

Wien, Wien nur du allein ...

Die soziale Verantwortung von Rot-Grün zeige sich im Budget, das Mittel für Obdachlose wie das Winterpaket oder das Programm „Housing First“ sowie Programme der Sucht- und Drogenkoordination wie „Alkohol 2020“ vorsehe. Außerdem finanziere Wien den Ausbau der Pflegekinderzentren und verfolge die Vereinheitlichung des Wohngeldsystems. Wien fördere im Pflegebereich Projekte für Menschen mit Behinderung, außerdem sei die gratis „gesunde Jause“ auf alle Pflichtschulen erweitert worden. Die Politik blicke „auf ein hartes Jahr“ bei den Mindestsicherungs-Verhandlungen zurück. Diese hätten aber noch keine bundesweite Lösung gebracht. Wien sei eine Stadt, in der sich niemand schämen müsse, Hilfe anzunehmen.
Der ehrgeizige Plan, durch den Bau des Krankenhauses Nord Geld für die Modernisierung älterer Spitäler zu sparen, sei daran gescheitert, dass der geplante fliegende Wechsel andernorts geschlossener Abteilungen nach Floridsdorf durch Bauverzögerungen nicht geklappt habe. Die Stadt verfüge über keinen Plan B. Ebenso könne das Spitalskonzept 2030 nicht umgesetzt werden wie geplant. Dieses weise auch Lücken bei der Ausfallssicherheit auf.
Wien sei eine der lebenswertesten Stadt der Welt. Ein Faktor dafür sei auch der soziale Zusammenhalt in der Stadt. Rot-Grün stelle Soziales in den Mittelpunkt, was auch im Budget abzulesen sei. Die „unwürdige Diskussion“ über die Leistbarkeit von Sozialleistungen von Seiten der Opposition ziele darauf ab, „arme Menschen gegen jene mit Abstiegsängsten auszuspielen“. Wien setze auf Integration und darauf, BMS-BezieherInnen wieder in den Arbeitsmarkt zu bringen. Als weitere Beispiele für das soziale Augenmaß des Budgets nannte Mörk das Pflegekonzept 2030 mit Schwerpunkt mobiler Pflege sowie die neue Wohnungslosenhilfe und die Wohnungssicherung, die in Zusammenarbeit mit Wiener Wohnen darauf abziele, Delogierungen zu verhindern. Was für eine Lüge! Siehe dazu: http://derdreck.blogspot.co.at
Kontrolle in den Wiener Kindergärten. Einen Antrag betreffend der Überprüfung der Wiener Kindergärten rückwirkend bis zum Jahre 2000 wurde eingebracht. Außerdem wurde ein Gewaltvideo thematiesiert, das Jugendliche in der Donaustadt aufgenommen und ins Internet gestellt hatten, auf dem die Misshandlung eines Mädchens zu sehen ist. Die Aussage der Jugendanwältin Monika Pinterits, die Tat zu verurteilen aber nicht die Täter, nahm Krauss zum Anlass, ihren Rücktritt zu fordern.
Und zum Schluss noch was zum Lachen:
GR Mag. Marcus Gremel (SPÖ) äußerte seine Wertschätzung für die MitarbeiterInnen in der Geschäftsgruppe Soziales für ihre Arbeit und ihren „Einsatz mit Herzblut“. Von der Opposition forderte er „Respekt“ für die Leistung von Stadträtin Mag.a Sonja Wehsely (SPÖ). Er zählte einzelne Schwerpunkte im Sozialbereich auf: Die MAG ELF hätte die Eltern-Kind- zu Familienzentren ausgebaut und setze verstärkt auf Prävention und Beratung sowie Hilfe für Familien. Auch im Flüchtlingsbereich setze der Fonds Soziales Wien (FSW) mit seinen Partnern erfolgreich auf „Integration ab Tag eins“. Am Budget könne man erkennen, dass Wien Menschen Chancen und Perspektiven geben wolle. Wien sei stolz, eine „Sozialstadt“ zu sein. Eine Kürzung der Mindestsicherung, wie sie die Opposition fordere, führe zu „manifester Arbeitslosigkeit“. Rot-Grün übernehme Verantwortung für den sozialen Frieden in der Stadt und setze Maßnahmen, damit die „Trampolinfunktion“ der BMS funktioniere. Als Beispiel nannte er das Programm „Start Wien“ oder das Jugendcollege.

Montag, 28. November 2016

Betrugsskandal weitet sich aus

wer anderen eine Grube gräbt fällt selbst hinein ... lieber Ludwig! Du Arsch!

http://tvthek.orf.at/profile/ZIB-1/1203/ZIB-1/13896828/Betrugsskandal-um-Wiener-Wohnen-weitet-sich-aus/13920470

Häupls Wien - wie er es nicht sehen mag

Auch das ist Häupls Wien. Ganz ohne Mercer-Studie, die ihn immer wieder jubeln lässt!

Robert, 41, kommt ursprünglich aus Ungarn. Seit 19 Monaten ist er in Wien und obdachlos. Als Mitarbeiter des Projekts SUPERTRAMPS hat er profil durch seine "Schlafstelle Wien" geführt.
Angefangen hat alles mit der Scheidung von seiner Frau. Damals war er noch Geigenbauer in der Nähe des Plattensees. Die heftigen Auseinandersetzungen mit seiner Ex-Frau stürzten ihn in eine tiefe Depression. "Von da an ging es immer weiter bergab", erzählt Robert. Er verlor seinen Beruf und wurde obdachlos.
"In Ungarn hast du als Obdachloser keine Chance. Es gibt keine Notschlafstellen. Wäre ich geblieben, wäre ich heute entweder tot oder im Gefängnis", schildert Robert die Situation für Obdachlose in Ungarn. Er wollte nach Österreich. Drei Tage lang erbettelte er sich vor einem ungarischen Bahnhof 80€. Genug für ein Zugticket nach Wien.
Als er in Wien ankam, wusste Robert nicht wohin. Er hatte von Notschlafstellen gehört, traute sich aber nicht danach zu fragen. Robert erinnert sich: "Mein Deutsch war schlecht und ich war zu schüchtern um jemanden anzusprechen. Also bin ich einem Obdachlosen gefolgt. So habe ich herausgefunden, wo Tageszentren und Schlafstellen sind."

Stell dir vor du bist obdachlos und hast kein Geld für einen Fahrschein. Was sagst du dem Schwarzkappler?

Beim VinziPort im dritten Wiener Gemeindebezirk fand Robert vorerst Unterschlupf. Um 1€ pro Nacht konnte er dort abends ein Bett beziehen, musste jedoch am nächsten Tag um 7 Uhr wieder auf die Straße. Bis 18 Uhr bleiben die Tore der meisten Notschlafstellen jedoch verschlossen, so auch die des VinziPort.
Die Notschlafstelle des Arbeiter-Samariterbundes (ASB) am Enkplatz in Wien-Simmering ist hier die Ausnahme. Dort ist abends bereits ab 17 Uhr Einlass. "Und diese eine Stunde kann im kalten Winter entscheidend sein", sagt Robert.
Der ASB betreibt am Enkplatz auch ein Tageszentrum für Obdachlose und bietet Computer-Schulungen an: Von Internetnutzung bis zum Verfassen von Bewerbungsunterlagen werden hier die notwendigen Fähigkeiten vermittelt, um den Ausweg aus der Obdachlosigkeit zu erleichtern.
In Österreich haben ausländische Obdachlose in den Sommermonaten keinen Anspruch auf einen Platz in den Notschlafstellen. In den Monaten von November bis Mai gibt es das sogenannte Winterpaket, das allen Obdachlosen, unabhängig von ihrer Herkunft, Anspruch auf einen Platz in einer Schlafstelle zusichert. Von Juni bis Ende Oktober lebte Robert im dritten Bezirk gegenüber von einem Wohnhaus. Auf einer Matratze, und bei Regen dicht an die Wand gedrückt, verbrachte er seine Nächte im Freien.
Die Bewohner der umliegenden Häuser hätten Robert größtenteils respektvoll behandelt. Dennoch sei es immer wieder zu unangenehmen Zwischenfällen gekommen: Schaulustige kamen vorbei um Robert in seinem Schlaflager zu fotografieren, nachts wurde die Polizei gerufen. "Mich kannte hier jeder. Die Menschen aus dem Wohnhaus gegenüber haben mir manchmal Essen gebracht. Ein Mann hat mir sogar eine Stoffbahne geschenkt, die ich als Vorhang genutzt habe. Damit hatte ich zumindest ein bisschen Privatsphäre", erzählt Robert.
Roberts Tour durch Wien führt auch zu einem beliebten Schlafplatz in der Nähe der S-Bahn Station St. Marx. Auf einem bewachsenen Hügel richten sich viele Obdachlose ihr Quartier ein. Es handle sich dabei jedoch meist um kriminelle oder drogensüchtige Obdachlose. "Wer mit mir hier ist, muss sich nicht fürchten. Aber ich rate davon ab, hier alleine herzukommen. Das kann gefährlich werden", erklärt Robert, während er die Schlaflager zeigt. Er selbst habe hier nie genächtigt: "Die Menschen leben hier im Dreck. Sie räumen ihren Müll nicht weg, sondern lassen einfach alles liegen. Das würde ich nicht aushalten."
Mit der Straßenbahn geht es weiter zum Enkplatz. Robert stellt seinen Tourgästen für die Fahrt mit der Bim eine Aufgabe: "Stell dir vor du bist obdachlos und hast kein Geld für einen Fahrschein. Was sagst du dem Schwarzkappler?" Seine Lieblingsantwort kam vor einiger Zeit von einem Jugendlichen. Er schlug "Heute ist mein Geburtstag" als Ausrede vor. Am Ende sei es trotzdem immer reine Glückssache: Manchmal habe Robert vom Fahrkartenkontrolleur einen Fahrschein geschenkt bekommen, manchmal aber eben auch nicht.

Seit ich in Österreich bin, geht es mir besser.
Am Enkplatz angekommen, zeigt Robert "seinen" Supermarkt. Im Eingangsbereich bat er Menschen um Essen. Er bekam Wurstsemmeln und manchmal sogar Gemüse oder Obst geschenkt. Direkt nach Geld gefragt habe er nie.
Robert zieht Bilanz: "Seit ich in Österreich bin, geht es mir besser. Ich habe keine Herzrhythmusstörung mehr, mein Blutdruck hat sich eingependelt und meinen Diabetes habe ich auch im Griff". Sein Engagement beim Projekt SUPERTRAMPS hat Robert noch den nötigen Aufwind gegeben: "Seit ich die Touren mache, bin ich motivierter. Psychisch geht es mir auch viel besser."
Über die vergangenen Sommermonate hat Robert bei einer Baufirma gejobbt. Für den kommenden Winter hat er bereits eine Stelle als Schneeräumer in Wien-Umgebung gefunden. Noch verbringt Robert seine Nächte in der Notschlafstelle VinziBett. Er hofft jedoch bald eine kleine Wohnung beziehen zu können und endlich sein eigenes Reich zu haben.

Donnerstag, 17. November 2016

In Wien soll niemand erfrieren!

Die Grünen wollen, dass in Wien niemand erfriert! Wäre es nicht besser zu verlangen, dass in Wien niemand auf der Straße leben muss?
Birgit Hebein, Foto: Christian Anderl

Birgit Hebein - Wir wollen, dass auf Wiens Straßen niemand erfriert. Das rot-grüne Winterpaket wird wieder alle Menschen in der kalten Jahreszeit versorgen. Egal woher sie kommen.

WINTERPAKET: 600 SCHLAFPLÄTZE ZUSÄTZLICH

Mit dem nahenden Winter beginnt die härteste Zeit für obdachlose Menschen. In Wien muss in der kalten Jahreszeit niemand auf der Straße bleiben. Dafür stellt die Stadt jeden Winter zusätzliche Plätze zur Verfügung – für die Menschen, die reguläre Unterstützungsangebote nicht nutzen können oder wollen. 
Für akut obdachlose Menschen stehen ganzjährig rund 300 Nachtquartiersplätze zur Verfügung, in diesem Winter wird je nach Bedarf auf bis zu 900 Plätzen aufgestockt. Das Winterpaket wird wieder alle Menschen, egal woher sie kommen, in der kalten Jahreszeit versorgen. Wir wollen, dass auf Wiens Straßen niemand erfriert, das Winterpaket gibt den Betroffenen rechtzeitig Hilfe und Unterstützung. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, die auf der Straße übernachten, leisten die niederschwelligen Einrichtungen und Streetworker immens wichtige Arbeit.
Der Fonds Soziales Wien sorgt gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen Wiener Rotes Kreuz, Caritas, Samariterbund Wien, Johanniter und “wieder wohnen“ dafür, dass die bestehenden Kapazitäten ab November deutlich erweitert werden. Warme Schlafplätze sind im Winter stärker nachgefragt, da eine Übernachtung im Freien ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellt. Und auch Menschen ohne Sozialanspruch in Wien können die von der Stadt geförderten Plätze im Winter nutzen. Das Winterpaket der Wiener Wohnungslosenhilfe läuft von 2. November 2016 bis 30. April 2017.

WIENER WOHNUNGSLOSENHILFE ERREICHT ÜBER 10.000 MENSCHEN

Rund 67 Millionen Euro im Jahr wendet Wien für die Wohnungslosenhilfe auf – davon werden rund 5.700 Wohn- und Schlafplätze in 90 Einrichtungen finanziert, aber auch Tageszentren wie die JOSI, Beratungseinrichtungen und Straßensozialarbeit. Ziel aller Angebote ist es, den Menschen durch gezielte Betreuung wieder ein möglichst eigenständiges Leben zu ermöglichen. Mehr als 10.000 Menschen pro Jahr brauchen die Unterstützung der Wiener Wohnungslosenhilfe.
Zusätzlich zu den rund 300 Plätzen, die ganzjährig in den Nachtquartieren der Wiener Wohnungslosenhilfe zur Verfügung stehen, können ab dem 2. November stufenweise bis zu 600 zusätzliche Plätze zur Verfügung gestellt werden. Dafür stellt die Stadt Wien rund 4 Millionen Euro zur Verfügung.
Die Angebote der Wiener Wohnungslosenhilfe reichen von Straßensozialarbeit, Beratung, medizinscher Versorgung und Tageszentren über betreute Übergangswohneinrichtungen für verschiedene Zielgruppen bis hin zum sozial betreuten Dauerwohnen für ältere wohnungslose Menschen, die nicht mehr ohne Betreuung leben können. Daneben gibt es mobile Wohnbetreuung in eigenen Wohnungen oder das Housing-First-Programm. 

Donnerstag, 3. November 2016

Ludwig und das Wohn-Grundrecht

Es ist schon traurig, wenn StdRat Ludwig, völlig richtig bemerkt, dass das Wohnen ein Grundrecht ist. Deshalb auch die Frage an ihn: Wieso brechen Sie dieses Grundrecht so oft?

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20161103_OTS0043/str-ludwig-wiener-initiative-zur-sicherung-des-gemeinnuetzigen-wohnbaus-in-europa

Samstag, 22. Oktober 2016

Das soziale Europa

Die wollen das soziale Europa weiterentwickeln? In Wahrheit denken sie angestrengt nach, wie sie es abschaffen können. Reden kann man viel, handeln ist schwierig.

Harte Kritik hagelt es heute von SP-Gemeinderat Ernst Woller für die Abgeordneten von FPÖ und ÖVP im Rahmen des Wiener Gemeinderats zum Thema Europapolitik. 
Der FPÖ gehe es nur darum, zu polemisieren und zu hetzen. Tiraden gegen Sozialstaat und Sozialleistungen seien die Art, wie FPÖ und ÖVP prinzipiell Politik – auch Europapolitik – betreiben. In Richtung ÖVP sagt Woller, dass sich diese längst von ihren christlich-sozialen Werten verabschiedet habe und nur noch Oppositionspolitik wie die FPÖ betreibe. 
„Polemische Aussagen sind wichtiger, als eigene konstruktive Vorschläge vorzubringen“, so Woller. „Für uns jedenfalls ist diese Art der Politik kein Thema“, hält Woller weiter fest und verspricht, den Sozialstaat im Interesse aller, die Hilfe benötigen und auf soziale Leistungen angewiesen sind, zu verteidigen.
In Europa braucht es gemeinsame Allianzen – zwischen den Europäischen Institutionen und den Städten Europas, um bestmöglich funktionieren zu können. „Wir sind überzeugt, dass Europapolitik Innenpolitik und damit selbstverständlich Teil unserer Wiener Kommunalpolitik ist. Und auch unsere Kommunalpolitik ist Teil der Europapolitik. Der Erfolg oder Nichterfolg der Städtepolitik ist entscheidend für die positive Entwicklung und Akzeptanz der europäischen Integration.“
Mehr als 75 Prozent der Bürgerinnen und Bürger Europas leben und arbeiten in Städten. Daher müsse auch die Europäische Union die Städte viel stärker in die europäische Politik einbeziehen und deren innovative Kraft nutzen. So sei es aber auch Aufgabe der Städte, sich entsprechend Gehör zu verschaffen. Wien mache das seit mehr als 20 Jahren. „Wien hat viele Europadeklarationen erarbeitet, diskutiert und beschlossen. So wurde beispielsweise das Rederecht für Europaabgeordnete eingeführt, Wien ist aktiv im Eurocities-Netzwerk und in der neuen ‚Urban Agenda’. Wien hat auch einen eigenen Ausschuss für europäische und internationale Angelegenheiten im Gemeinderat geschaffen“, nennt Woller einige der vielen Beispiele. Generell würde Wien, insbesondere der Wiener Bürgermeister Dr. Michael Häupl, viel Lobbyarbeit betreiben, um Wien bestmöglich in politische Entscheidungen der EU einzubinden.
„Für uns gehört europäische Politik zur täglichen Arbeit“, zeigt sich Woller stolz und hebt in diesem Zusammenhang auch die hervorragende Arbeit der MA27 sowie des Wien Hauses in Brüssel hervor. „Europapolitik findet nicht nur in Straßburg oder Brüssel statt, sondern auch in vielen weiteren Büros. Mit der MA27 wurde eine Fachabteilung für europäische Angelegenheiten in Wien geschaffen, die viele Erfolge verzeichnet. Durch die zahlreichen grenzüberschreitenden Programme nimmt Wien auch Mittel von EU-Fördertöpfen in Anspruch. Darauf sind wir stolz. Mit dem Wien Haus in Brüssel haben wir eine starke Stimme in Europa und ein waches Ohr am Puls der Europäischen Union.“

Sozialer Wohnbau ist Kernkompetenz Wien=

Die Stadt Wien hat in der neuen Urban Agenda den Vorsitz in der Städtepartnerschaft "Housing" übernommen, das ist kein Zufall, weil der soziale Wohnbau seit fast 100 Jahren eine Kernkompetenz Wiens ist. Mit der Städtepartnerschaft „Housing“ ist eine Initiative für den Erhalt und Ausbau des sozialen und nachhaltigen Wohnbaus in Europa gegründet worden. Ziel dieser Initiative ist es, eine soziale Durchmischung zu erreichen und die Bildung von Ghettos zu verhindern. „Mehr als 30 Bürgermeister haben diese Initiative, die von Bürgermeister Michael Häupl und Wohnbaustadtrat Michael Ludwig gegründet wurde, mittlerweile unterschrieben. Sozialer Wohnbau muss für alle Schichten zugänglich sein und leistbar bleiben - nicht nur für Einkommensschwache. Wohnen ist ein Grundrecht für alle und das wollen wir durch die Städtepartnerschaft 'Housing' erreichen“, erklärt Woller.
"Wir brauchen nicht nur ein Europa der Wirtschaftsinteressen, sondern auch der sozialen Interessen. Europa kann nur gemeinsam mit den Städten weiterentwickelt werden, denn in den Städten entscheidet sich die Zukunft der EU und unseres Kontinents“, so Woller abschließend.

Donnerstag, 25. August 2016

"Alt-Wiener" Kindergärten

Im Zuge der Diskussionen rund um die drohende Schließung der "Alt Wien"-Kindergärten sind die Neos Wien der Meinung, dass sich die Stadt zu wenig um Ersatzplätze für die betroffenen Familien kümmert. "Der Druck steigt für die Betroffenen der Alt-Wien-Affäre, dass sie noch rechtzeitig einen neuen Platz für die Kinder zu finden. Gleichzeitig werden alle Vermittlungsversuche mit dem Betreiber der Kindergärten abgeblockt und jetzt meint Bürgermeister Michael Häupl, dass es keine weiteren Verhandlungen geben soll. Das ist eine enorme Enttäuschung für alle Kinder und Eltern die noch auf eine konstruktive Lösung gehofft haben", ärgert sich Klubobfrau Beate Meinl-Reisinger. Bürgermeister Häupl ist zwar physisch wieder aus dem Urlaub zurück, ein Machtwort im Sinn der Wienerinnen und Wiener seinen „Good Weibs“ gegenüber spricht er aber nicht. Während es für die Betreuung der Kinder der Alt-Wien Kindergärten immer noch keine Lösung gibt, schwenkt Häupl offenbar vollkommen unreflektiert auf die Frauenberger-Linie und betont, dass es keine weiteren Verhandlungen geben soll. Auf dem gleichen Standpunkt steht er trotz des drohenden Ärztestreiks, den allein SPÖ-Gesundheitsstadträtin Wehsely zu verantworten hat, die es in den vergangenen Jahren verabsäumte, für ausreichendes Personal zu sorgen.
Von diesen 1.200 Kindern haben 470 einen Platz in einem städtischen Kindergarten erhalten, der Rest in einem privaten. Laut Gernot Barton, Leiter der Platzvergabe, kamen 200 Sprösslinge bei den Kinderfreunden, jeweils 70 bis 80 bei "Kinder in Wien", der St. Nikolausstiftung und der Kindercompany sowie rund 35 in Einrichtungen der Diakonie unter. Der Rest verteilt sich auf kleine, private Anbieter. "Es geht nicht darum, dass die Stadt als Sündenbock dargestellt wird, wie der Bürgermeister meint. Strenge Kontrollen sind wichtig, aber jetzt stur jede Verhandlung auszuschließen, ist nicht im Interesse der vielen Eltern die sich um eine Lösung mit Erhalt der Plätze bemüht haben. So vernichtet man das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Politik", betont Meinl-Reisinger.
Statt sich seiner Verantwortung den Wienerinnen und Wienern gegenüber zu stellen, ist er offenbar nur mehr der bröckelnde Kitt, der die Wiener SPÖ noch halbwegs zusammenhält. Eine andere Erklärung kann es für sein Nicht- Handeln kaum geben. Häupl hat viel zu lange dem dilettantischen Treiben seiner Genossinnen zugesehen.
Für die Kritik an seiner Stadträtin Sandra Frauenberger in der Causa "Alt-Wien"-Kindergärten hat er kein Verständnis. "Ich kann nichts dafür, dass Subventionen zweckwidrig verwendet wurden. Und ich werde nicht zulassen, dass diejenigen, die geschädigt wurden, jetzt zum Sündenbock gestempelt werden." "Wir sprechen hier von kleinen Kindern die aus dem gewohnten Kindergarten-Verband gerissen werden und teilweise erheblich längere Anfahrten auf sich nehmen müssen, das ist nicht die beste Lösung."


Montag, 13. Juli 2015

Stadterforschung 37 - Sozialer Wohnbau, Gemeindebau - 24.07.2015

Stadterforschung zu den Themen sozialer Wohnbau und Gemeindebau in Wien - gemeinsam mit der Initiative "Mietenwahnsinn stoppen!". Treffpunkt: Freitag, 24. Juli 2015, 16 Uhr, Zur Spinnerin 9 (Hofer-Parkplatz), 1100 Wien, beim Terrassenhaus Buchengasse. Die Stadterforschung soll per Rad durchgeführt werden - es kann aber auch eine Zu-Fuss Gruppe gebildet werden.


Sozialer Wohnbau in Wien hat unterschiedliche Gesichter. Die Stadterforschung durch den 10. Wiener Bezirk will gemeinsam mit der Initiative "Mietenwahnsinn stoppen!" diese Unterschiede ergründen - sie führt zu Gemeindebauten des "Roten Wien", aber auch zu "rot/grünen Projekten" wie dem Terrassenhaus Buchengasse und Peojekten wie der sogenannten "Wienerberg City".

Seit 2004 werden in Wien keine Gemeindebauten mehr gebaut. Pünktlich zum Wahlkampf verkündete Bürgermeister Häupl, dass der Gemeindebau wieder aufgenommen wird. Aktuell bedeutet sozialer Wohnbau in Wien, dass die Stadt Aufträge und finanzielle Förderungen an Wohnbauträger vergibt, welche dann die neuen Gebäude errichten. Ein Teil der Wohnungen muss dafür als gemeinnützig gelten. Im Unterschied zu Gemeindewohnungen beträgt jedoch der Eigenmittelanteil bei dieser Form des "sozialen Wohnbaus" etwa 500 Euro pro Quadratmeter (das heißt eine 50m2 Wohnung liegt bei 25.000 Euro).

Die Stadterforschung soll den Blick auf die unterschiedlichen Arten von sozialem Wohnbau in Wien schärfen und endet dort, wo der erste "Gemeindebau neu" errichtet werden soll, auf dem ehemaligen Gelände der AUA-Zentrale in der Fontanastraße1.

Die Route der Stadterforschung führt zu folgenden Wohnanlangen:

Terrassenhaus Buchengasse
Wohnhochhaus Kundratstrasse K6
Quarinhof
George-Washington-Hof
Wienerberg City
Karl-Wrba-Hof
Per-Albin-Hansson-Siedlung
Gemeindebau neu - Fontanastraße1


Stadterforschungen in Wien und darüber hinaus sollen zur Selbstaneignung von (Stadt-)Geschichte dienen, zur Entwicklung eines kritischen Blicks auf Stadt(-entwicklungen, -planungen) beitragen. Aus verschiedenen Gründen interessante Orte gibt es ja genug. Also: bei Interesse kommen, und wenn wer was über die jeweiligen Orte weiß einfach erzählen.
Kontakt: stadterforschung (at) gmx.at 

Montag, 1. Juni 2015

Zu wenige Betten

Es ist 17 Uhr, die ersten Obdachlosen warten vor der Notschlafstelle VinziBett im 17. Bezirk. Manche haben bereits einen fixen Schlafplatz. Andere müssen noch abwarten, ob es sich für diese Nacht ausgeht. Eine Stunde später wird die Tür aufgesperrt und ein Mann kommt herein. Er gibt Hedi Klima, der Leiterin und Obfrau des Hauses, einen Zettel in die Hand. Darauf steht, dass er sich im Rücklaufverfahren in den Kosovo befindet. "Morgen werde ich ein paar Anrufe machen und schauen, wie lange das Verfahren noch läuft. Bis dahin gebe ich ihm ein Bett", sagt Klima. Sie fragt ihn nach seinem Pass und bittet ihn ein Formular auszufüllen. Währenddessen füllt sich der Raum vor dem Anmeldebüro.
Hedi Klima hat noch zwei freie Betten zu vergeben. Ein Mann steht nun ganz vorne in der Reihe. Klima fragt ihn, woher er kommt und was er hier macht. "Ich komme aus Nigeria und bin schon seit zehn Jahren in Österreich. Ich lebe gerade in Scheidung und habe dadurch meine Wohnung verloren", sagt er. Klima gibt ihm einen Schlafplatz für eine Woche. "Danach reden wir wieder", sagt sie. Weitere zwei Männer stehen an und fragen nach zwei Schlafplätzen. Sie erklären Klima, dass einer von ihnen am Knie verletzt ist. Sie sagt, dass sie für diese Nacht nur noch ein Bett frei hat und in diesem Fall dem verwundeten Mann den Schlafplatz geben würde, weil er es nötiger habe. "Seid ihr damit einverstanden?", fragt sie die Männer.
Seit das Winterpaket des Fonds Soziales Wien am 30. April mit 550 Schlafplätzen geschlossen hat, ist das eine alltägliche Situation vor der Notschlafstelle "VinziBett". "In den ersten beiden Wochen mussten wir täglich zwischen zehn und 15 Leute wegschicken", sagt Klima. Die VinziWerke stellen mit VinziBett, VinziPort und VinziRast insgesamt 200 Schlafplätze in Wien zur Verfügung und fordern, dass die vorhandenen Notschlafstellen des Winterpakets in Wien auch im Sommer geöffnet sein sollen.

"Die Ärmsten der Armen sind die nicht-anspruchsberechtigten Personen, denn die haben in den Notschlafstellen des Fonds Soziales Wien kein Recht auf einen Schlafplatz", erklärt Hedi Klima. Anspruchsberechtigt sind laut dem Fonds Soziales Wien all jene, die in Wien gemeldet sind, eine österreichische Staatsbürgerschaft oder eine Gleichstellung (EU-Bürger, Asylberechtigte oder eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung) haben und Obdachlosigkeit ausgesetzt sind. Nicht anspruchsberechtigt sind zum Beispiel Personen, die nicht in Wien gemeldet sind, oder Menschen, die aus einem Land außerhalb der EU kommen und keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung haben. Das Winterpaket vom Fonds Soziales Wien bietet auch diesen nicht-anspruchsberechtigten Personen von November bis Ende April einen Schlafplatz.

Mittwoch, 20. Mai 2015

FPÖ Wien will Wiener Sozialsystem überarbeiten


Wien sei lebenswert. Aber in der "angeblich sozialen Stadt" würden bereits über 400.000 Menschen an oder unter der Armutsgrenze leben, so Wiens FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus und Gemeinderat Wolfgang Seidl heute, Mittwoch, bei einer Pressekonferenz. In den vergangenen Jahren seien Arbeitslosigkeit, Armut, Gebühren und die Zahl der MindestsicherungsempfängerInnen gestiegen. Eine halbe Milliarde Euro werde im Jahr für die Mindestsicherung ausgegeben, meinte Gudenus. Sozialleistungen für InnländerInnen sowie "gut integrierte, fleißige Zuwanderer" unterstütze die FPÖ, nicht jedoch Leistungen für "Drittstaatsangehörige, welche etwa die deutsche Sprache nicht lernen wollen".
Seidl kritisierte zudem geplante Einsparungen bei SpitalsärztInnen sowie Rettungsfahrten. Am Praterstern würden jährlich über 44.000 polizeiliche Amtshandlungen durchgeführt, hier sei ein Alkoholverbot gefragt.


Obdachlose: Immer mehr Deutsche

In Wien gibt es derzeit hunderte akut Obdachlose. Mehr als zwei Drittel kommen aus EU-Ländern, die größte Gruppe von ihnen sind Deutsche, die gehofft haben, hier Arbeit zu finden.
 Klaus Weidenbach ist ein gepflegter Mann. Er trägt ein Hemd, polierte Schuhe und eine gefälschte goldene Uhr. Immerhin war er sein Leben lang Geschäftsmann, er weiß, dass der erste Eindruck keine zweite Chance hat. Trotzdem findet der 54-Jährige keinen Job. Er ist gebürtiger Deutscher und obdachlos in Wien. Dieses Schicksal teilt er mit immer mehr seiner Landsleute.
In Wien gibt es derzeit laut Caritas einige hundert akut Obdachlose. Mehr als zwei Drittel sind EU-Bürger oder Drittstaatsangehörige, die keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben, weil sie hier noch nicht – lang genug – gearbeitet haben (sogenannte Nichtanspruchsberechtigte). Neben dem Klischee, dass es sich hauptsächlich um Menschen aus armen Ländern wie Bulgarien, Rumänien und der Slowakei handelt, sind es aber in den letzten Jahren vermehrt Bürger aus westlichen Ländern wie Frankreich, Spanien, Italien – oder eben auch Deutschland, das die größte Gruppe stellt. Mit der seit Jahren anhaltenden Wirtschaftskrise ist es zu einem Armutsgefälle und damit zu einer verstärkten EU-Binnenwanderung gekommen. Vor allem Deutsche versuchen aufgrund derselben Landessprache ihr Glück in Österreich – aber bei wachsender Arbeitslosigkeit ist es auch für sie schwierig, einen Job zu finden, viele arbeiten prekär. Wenn sie diese Beschäftigung dann auch noch verlieren, fängt das Sozialsystem sie als Nicht-Österreicher nicht auf– und sie stehen auf der Straße.
So war es auch bei Herrn Weidenbach, der bis 2010 eine Firma hatte, die Solardächer errichtete. Als das nicht mehr rentabel war, gab er die Selbstständigkeit auf, suchte Job und wurde in Österreich als Saisonarbeiter fündig. 2013 wurde er schwer krank und stand ohne Arbeit und Geld da. „Es ging alles so schnell, und plötzlich schlief ich mit über 50 Jahren in einer kleinen Glashütte auf Bahnsteig sieben am Westbahnhof“, erzählt er. Das muss er derzeit Gott sei Dank nicht mehr. Er hat einen fixen Schlafplatz in der Gruft zwei in der Lacknergasse 98 in Währing ergattert. Die Einrichtung der Caritas ist neben dem Vinzi-Bett die einzige Obdachlosenstelle, die Nichtanspruchsberechtigten Schlafplätze zur Verfügung stellt. Die 40 Betten sind rein spendenfinanziert. Dazu gibt es in dem Haus 25 Kurzzeitwohnplätze. Diese werden an Menschen wie Herrn Weidenbach vergeben, die schwer krank sind und sich hier etwa nach einer Operation – die die Krankenhäuser meist auf eigene Kosten machen – erholen können.

Job ja, Wohnung nein

„Wir treffen die schwierige Entscheidung, an wen wir die Plätze vergeben im Team. Sie gehen an jene Menschen, die auf der Straße nicht überleben würden“, sagt Sozialarbeiterin Eva Leicmanova. Der Bedarf sei groß, jeden Tag kämen mehrere Anrufe von Spitälern, die nicht wissen, was sie mit den Nichtversicherten.

OBDACHLOSIGKEIT

Kein Platz. In Wien gibt es derzeit hunderte akut Obdachlose. Rund zwei Drittel davon haben keinen Anspruch auf Sozialleistungen, weil sie aus EU-Ländern oder Drittstaaten kommen – und noch nicht (lang genug) hier gearbeitet haben. Bis Ende April konnten sie in den Winterquartieren der Stadt schlafen. Die 500 Plätze waren bis auf den letzten Tag gefüllt. Auf der Straße zu schlafen ist in Wien aufgrund der Campierordnung untersagt.

Sonntag, 17. Mai 2015

600 Flüchtlinge in Erdberg? Stadt Wien ist dagegen

Die Stadt Wien lehnt eine von der Kapazität her theoretisch mögliche Unterbringung von 600 Flüchtlingen in dem Quartier in Wien-Erdberg ab. “Ein Großquartier kommt sicher nicht in Frage”, sagte Peter Hacker, Geschäftsführer des Fonds Soziales Wien.
Hacker verwies darauf, dass Wien nochmals die Unterbringung von bis zu 300 Flüchtlingen in Erdberg zugesagt habe, um die besondere Situation abfedern zu können.
Nächste Woche sollen in einem Gespräch mit dem Innenministerium noch Begleitmaßnahmen wie Möglichkeiten zur besseren Integration der Asylwerber besprochen werden. Außerdem gehe es um die Befristung für die 300 Plätze. Das Innenministerium habe sich Ende des Jahres als Zeithorizont vorgestellt, die Stadt Wien eher Ende des Sommers. Man sei da aber “sehr flexibel”, meinte Hacker.

Erstaufnahmestellen: Mögliche Lösung

Für die bis zum Sommer in den Bundesländern geplanten Erstaufnahmestellen hat Wien schon eine Lösung im Auge. Nach den Vorstellungen Hacker soll diese in der Nußdorferstraße eingerichtet werden, wo derzeit bereits eine Flüchtlingseinrichtung besteht.
Dazu soll es noch ein Gespräch mit dem Innenministerium geben. Wenn keine baulichen Gründe dagegen sprechen sollten, ist für Hacker diese Lösung aber bereits so gut wie fix.
(APA)