Mittwoch, 14. Januar 2015

Wiener KosmosTheater beklagt Nicht-Einhaltung von Förderzusagen

Wien (APA) - Das Wiener KosmosTheater beklagt die Kürzung schriftlich zugesagter Förderungen seitens der Stadt Wien. Statt der Anhebung des bisherigen Betrages von 600.000 Euro um je 30.000 Euro für 2015 und 2016 seien im Gemeinderat erneut die bisherigen Summen beschlossen worden. „Die Nichteinhaltung schriftlich zugesagter Förderungen ist ein krasser Tabubruch“, so Leiterin Barbara Klein.
„Ebenso unvermutet wie unbegründet wird die Zusage zu einem 3-Jahresvertrag zurückgenommen und auf zwei Jahre verkürzt“, heißt es in einem Newsletter des Theaters. „Es wurde nicht gekürzt, das Kosmos Theater bekommt 2015 und 2016 nicht weniger als 2014“, heißt es dazu auf Anfrage der APA aus dem Büro des Wiener Kulturstadtrats. Überdies habe das KosmosTheater „eine Planungssicherheit von zwei Jahren, obwohl es keine Empfehlung durch die Jury bekommen hat, die eigentlich für mehrjährige Förderungen notwendig ist“.
„Für manche andere, gut dotierte Theater bedeutet eine Fehlsumme von gesamt 60.000 Euro gerade mal Portokassa, für das KosmosTheater stellt sie ein Fünftel des künstlerischen Budgets dar!“, formulieren Klein und ihr Team und rufen zu Unterstützung auf. „Mit einer derartigen Vorgangsweise wird eine Verschuldung unseres Hauses nicht nur in Kauf genommen, sondern mutwillig provoziert: Das Budget eines Theaters für das Folgejahr ist kurz vor dem Jahreswechsel selbstverständlich längst verplant, Produktionen sind fixiert, KünstlerInnen engagiert. Rechtliche, soziale und kulturpolitisch bedenkliche Folgen stehen zu befürchten!“
Klein hatte 1999 im ehemaligen Kosmos-Kino den kosmos.frauenraum gegründet, der 2003 in KosmosTheater umbenannt wurde und als „Theater mit dem Gender“ beworben wird. Seit längerem versucht die Gemeinde Wien eine Neuausschreibung der Theaterleitung durchzusetzen, zuletzt war dafür 2017 als Termin genannt worden. Dies geht jedoch nicht gegen den Willen der jetzigen Leiterin, die im November 2014 mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich geehrt wurde. „Die Stadt Wien ist weiterhin an der Kommunalisierung des Kosmos Theaters interessiert, weil wir das Theater mit einer genderspezifischen Ausrichtung auch in Zukunft erhalten wollen“, so das Stadtrat-Büro heute.

Als erste Premiere des neuen Jahres steht jedenfalls am 21. Jänner „Dr. Österreicher sieht fern“ auf dem Programm. „In Form der drei TV-Formate, ‚Am Schauplatz Hofburg‘, ‚Club 3000‘ und ‚Messer Gabel Hirn‘, gestalten vier AutorInnen (Martin Fritz, Thomas Köck, Gerhild Steinbuch, Cornelia Travnicek, Anm.) in Anlehnung an Frisch, Bernhard und Handke einen ‚Theaterabend in drei Episoden mit mehreren Werbepausen‘ rund um die Frage der Tradition des Akademikerballs in Wien“, heißt es in der Ankündigung. „Der Theaterraum mutiert zum TV-Studio und zeigt eine multimedial inszenierte Wirklichkeit.“ Am 7. März ist dann ein großes Jubiläumsfest „15 Jahre KosmosTheater“ geplant.

Wiener Krankenhaus Nord - Stadt-RH sorgt sich um Restfinanzierung

APA-ARTIKEL14. Jänner 2015

"Wie bei allen Bauprojekten der Stadt Wien, welche die Dimensionen eines Kleingartenhauses übersteigen, bahnt sich - von den Freiheitlichen seit geraumer Zeit prophezeit - auch beim Krankenhaus Nord ein beispielloses Debakel an", sagt Stadtrat David Lasar. Ein klaffendes Finanzierungsloch in der Höhe von 300 Millionen Euro - falls diese horrende Summe überhaupt das Ende der Fahnenstange darstellen wird - spricht Bände. Der von SPÖ-Gesundheitsstadträtin Wehsely zugesagte Vollbetrieb im Jahr 2016 ist in weite Ferne gerückt.

Bei einem Wiener Rekordschuldenstand von insgesamt 10 Milliarden Euro dürfte es Wehsely, Brauner & Co. offenbar schon egal sein, wenn sie dem Steuerzahler weitere 300 Millionen Euro in den Rucksack stopfen, den unsere Kinder und Kindeskinder noch mitschleppen werden müssen. "Das Missmanagement der SPÖ-Verantwortlichen zeigt die wirtschaftliche und politische Verwahrlosung der Wiener Genossen, die unsere Stadt und insbesondere das Gesundheitssystem mit Vollgas gegen die Wand fahren", hält Lasar fest und warnt davor, dass die Gesamtvolumen schlussendlich über 1 Milliarde (!) Euro betragen und der Vollbetrieb bei weiteren Komplikationen überhaupt erst 2018 aufgenommen werden könnte.

Der Wiener Stadtrechnungshof sorgt sich um die Restfinanzierung des Krankenhaus Nord. Denn obwohl die Prüfung der bisherigen Gebarung - auf Antrag der Wiener Freiheitlichen - bei den Finanzen des Megaprojekts keine Unstimmigkeiten ergeben habe, liege derzeit eine Strategie für den Liquiditätsbedarf ab 2015 noch nicht vor, wie der am Mittwoch veröffentlichte Bericht bemängelte.
Grundsätzlich kümmern sich die Generaldirektion des Krankenanstaltenverbundes (KAV) und die Finanzverwaltung der Stadt Wien (Magistratsabteilung 5) um die Sicherstellung der Finanzierung des Bauvorhabens. Der Gesamtmittelbedarf für das KH Nord beträgt mit Stand 30. Juni 2014 957,60 Millionen Euro - nicht enthalten sind in dieser Summe die Investitionskosten des "fremderrichteten und fremdbetriebenen" Bauteils Mars sowie die Finanzierungskosten.
Der Stadt-RH bekrittelte allerdings, dass in den Aufstellungen des KAV noch bis ins Jahr 2013 mit den nicht indexangepassten Summen auf einer Preisbasis aus dem Jänner 2009 gearbeitet wurde - und deshalb nur von einer Kostenobergrenze von rund 825 Mio. Euro ausgegangen wurde. Aus "Gründen der Steuerung und der Transparenz" sollen die jeweils valorisierten Gesamterrichtungskosten dargestellt werden, wie die Behörde meinte. Im Investitionsplan des Jahres 2014 wurde dieses Manko vom KAV allerdings bereits behoben.
Noch nicht klar ist jedoch, woher die rund 30 Prozent bzw. 299,10 Mio. Euro, die zur Ausfinanzierung noch fehlen, kommen sollen. "Eine schriftliche Finanzierungsstrategie zur Deckung dieses Liquiditätsbedarfs konnte nicht vorgelegt werden", hieß es in dem Bericht. Der Stadt-RH empfahl "in Anbetracht der zeitlichen Nähe" nicht nur eine Klärung der Restfinanzierung ab 2015, sondern machte auch gleich eigene Vorschläge. So soll der KAV - wie in den Jahren 2011 bis 2015 - auch für 2016 bzw. 2017 einen Antrag beim Wiener Gesundheitsfonds auf einen Zuschuss einbringen.
Zudem verwies der Stadt-RH in Sachen Finanzierung auch auf eine - bereits bekannte - Prognose der Begleitenden Kontrolle, nach der im "best case" eine Überschreitung der ursprünglich angenommenen Gesamterrichtungskosten um circa 1,5 Prozent sowie im "worst case" eine von 5,8 Prozent zu erwarten sei. Diese solle ebenfalls berücksichtigt werden.
Den Vergleich mit ähnlichen Projekten, die laut FPÖ deutlich billiger errichtet wurden, beurteilte die Kontrollbehörde aufgrund der unterschiedlichen Bedingungen als "nicht zweckmäßig". Bei von der Begleitenden Kontrolle und dem KAV selbst durchgeführten Vergleichen der geplanten Bauwerkskosten pro Quadratmeter sei das Krankenhaus Nord allerdings jeweils "im oberen Bereich der Bandbreite" gelegen.
Ein erheblicher Teil der Gesamtkosten - 300 Mio. Euro - wird aus einem Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) finanziert. Hier kritisierte die Opposition, dass eine vorzeitige Inanspruchnahme der gesamten Summe unnötige Zinsen verursacht hätte. Dieses Vorgehen begründeten die Prüfer mit der Einhaltung der Maastricht-Kriterien. Denn ab 2011 hätten diese auch Fremdmittel für die Finanzierung von Krankenanstalten beinhaltet, was die KAV-Planer zu einem vorzeitigen Abruf der Gesamtsumme brachte.
Um den Zinsverlust möglichst gering zu halten, seien jedoch gerade nicht benötigte Mittel jeweils mittel- oder langfristig veranlagt worden. Unter Berücksichtigung dieser Veranlagungsgewinne errechnete der Stadt-RH einen Zinsmehraufwand von 3,6 Mio. Euro. Dieser wurde allerdings durch die MA 5 (also aus dem Haushalt der Stadt Wien) teils kompensiert.
Grundsätzlich stellte der Stadt-RH der Kontrolle des Megaprojekts aber ein positives Zeugnis aus: Es stünden "grundsätzlich ausreichende öffentliche und interne Kontrolleinrichtungen zur Verfügung, um eine Überprüfung der ordnungsgemäßen Gebarung im Bereich der Stadt Wien und des Krankenanstaltenverbundes sicherstellen zu können", lobte er.
Nur am Rande gestreift wurde die neunmonatige Verzögerung in den Bauarbeiten des Mega-Spitalsprojekts, wo man sich auf Aufzeichnungen der Begleitenden Kontrolle verließ. Terminverzüge würden "insbesondere aus der teilweisen mangelhaften Planung der Statik, dem Konkurs eines Unternehmens der Arbeitsgemeinschaft zur Herstellung der Fassade sowie den Auffassungsunterschieden zwischen den externen Planerinnen bzw. Planern und den ausführenden Firmen hinsichtlich der erforderlichen Planungsqualität an den Schnittstellen der Ausführungsplanung zur Werk- und Montageplanung" resultieren.
Der Stadt-RH begründete auch die Entscheidung des KAV, für das Großprojekt keinen Totalunternehmer bzw. Generalunternehmer zu beauftragen. Denn da "mit hoher Wahrscheinlichkeit" bei einer Ausschreibung kein entsprechender Wettbewerb entstanden wäre, hätte diese Vorgehensweise zu deutlich höheren Kosten geführt. Im KAV habe man sich daher für einzelne Ausschreibungen der Bauleistungen entschieden.
Auch die Beanstandung der Freiheitlichen, dem KH Nord würden für seine vorgesehene Rolle als Schwerpunktspital gewisse Abteilungen fehlen, entkräftete der Stadt-RH: Das KH Nord sei von Anfang an als Partnerspital des in derselben Versorgungsregion liegenden Donauspitals geplant gewesen, weshalb eine Dopplung bereits vorhandener und von niedrigem Bettenbedarf geprägter Abteilungen nicht notwendig sei.
Sowohl KAV als auch MA 5 zeigten sich in den dem Bericht beiliegenden Stellungnahmen durchaus einsichtig. Man werde allen Empfehlungen des Stadt-RH nachkommen, hieß es.

Freitag, 9. Januar 2015

Wiener Aussichtsturm verkauft


Ende Jänner wird mit dem Abbau des ÖBB-Informationszentrums inklusive Holzturm am Wiener Hauptbahnhof begonnen

09.01.2015 – Seit 31. Dezember sind die Pforten des Informationszentrums „bahnorama“ am Wiener Hauptbahnhof samt Holz-Aussichtsturm geschlossen. Nach langen Verhandlungen mit möglichen Käufern hat nun ein deutscher Investor den 66,7m hohen Aussichtsturm samt 550m2 Ausstellungsfläche erworben. Ende Januar wird mit dem Abbau begonnen. "So kann die auffällige Konstruktion der Wiener Rahm Architekten abgebaut und einer neuen Verwendung zugeführt werden", freuen sich ÖBB Gesamtprojektleiter Karl-Johann Hartig und Stadt Wien-Projektleiter Robert Nowak über den baulichen Fortbestand des Besucherzentrums. Nach Abtrag geht das Grundstück wieder an den Besitzer Wiener Wohnen zurück.

Ort der Neuerrichtung noch ungewiss


Mit dem Kauf ist zwar der Wiederaufbau des Turms garantiert, so Alexandra Neumann vom Hauptbahnhof Wien, alleine der Ort ist noch ungewiss. Das tschechische Unternehmen Vienna Tower Transfer sei hinsichtlich einer weiteren Verwendung bereits mit mehreren europäischen Interessenten im Gespräch.

Quelle: Hauptbahnhof Wien

Donnerstag, 8. Januar 2015

Neues Baustellenmanagement

Häupl krempelt Baustellen-Management um. Ein zentraler Manager wird künftig in der Planungsdirektion über alle Straßen-Baustellen wachen. Man habe sich die Kritik aus der Saison 2014 genau angehört und sei zum Schluss gekommen, "einiges zu reformieren, was die Baustellenkoordination betrifft", sagte Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) vor Journalisten. Vor allem die Sanierung der Westeinfahrt hatte Autofahrer in den Sommermonaten viel Nerven gekostet. Ein Abschnitt wurde unbeabsichtigt zum Nadelöhr, was massive Staus zur Folge hatte. An den verantwortlichen Stellen wurde scharfe Kritik geübt - u.a. von der Volksanwaltschaft, deren Prüfbericht ein Versagen bei Bauaufsicht, Baustellenkoordination und Exekutive feststellte. Die Stadt sah in der ausführenden Baufirma die Schuldige und verwies auf nicht eingehaltene Bescheide.
Im Nachhinein betrachtet, hätte es hier schnellerer Reaktion und besserer Kommunikation bedurft, räumte Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) nun ein. Diese sollen künftig die umorganisierte Baustellenplanung und -durchführung gewährleisten.
Wien bekommt daher einen zentralen Baustellenmanager, der mit weit reichenden Kompetenzen ausgestattet wird. Peter Lenz, seit vielen Jahren erfahrener Mitarbeiter der Baudirektion, wird künftig über alle Straßen-Baustellen in Wien wachen. Auf ihn wartet viel Arbeit: Bis zu 14.000 Baustellen gibt es jährlich in Wien, mehrere Hundert sind verkehrsrelevant, das heißt sie sorgen für Verzögerungen für den Autoverkehr.
Gleich darauf auch eine andere Mitteilung:

 Im Rahmen eines Pressegespräches am Mittwoch präsentierten Wiens Bürgermeister Michel Häupl, Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou und Stadtbaudirektorin Brigitte Jilka den neuen Wiener Baustellenmanager Peter Lenz. Der einstige Chef der MA 46 (Verkehrsorganisation) ist seit acht Jahren in der Stadtbaudirektion tätig und habe in den vergangenen Jahren die Projektkoordination für das Umfeld des Krankenhauses Nord verantwortet, wies Jilka Lenz als Mann mit Erfahrung aus.

Mittwoch, 7. Januar 2015

Makler: Preisrutsch bei Immobilien


Käufer von Immobilien und teils auch Neumieter von Wohnungen dürfen sich im Jahr 2015 über sinkende Preise freuen. Als Grund nennen die Makler von Re/Max das steigende Angebot. In zentralen Lagen und im untersten Preissegment könnten die Mieten und Kaufpreise allerdings weiter steigen.

Eine Eigentumswohnung unter 150.000 Euro in Wien wäre jedoch dem "unteren Segment" – also bei uns - zuzuordnen. Bei Wohnungen zeigt sich ein Stadt-Land-Gefälle, in den Ballungsräumen ist mit dem starken Aufwärtstrend ebenfalls Schluss. Nur für zentrale Lagen sehen die Makler 2015 einen Anstieg der Eigentumspreise um 2,5 Prozent (Mieten um 3,1 Prozent). Am Stadtrand soll Eigentum um 0,9 Prozent billiger und die Wohnungsmiete um 0,4 Prozent teurer werden. Der Traum vom Eigenheim lässt sich am ehesten am Land verwirklichen: Dort soll Eigentum um 3,9 Prozent und neue Mietverträge um 2,6 Prozent billiger werden.

In Wien dürften sich Miete und Eigentum nur im untersten Preissegment verteuern (1,4 Prozent), während die Preise im mittleren um 2,6 und im oberen sogar um 3,8 Prozent sinken. Zentral zu wohnen wird teurer, der Stadtrand günstiger. Insgesamt wird Wohnen in Wien 2015 voraussichtlich um 2,7 Prozent billiger, da das Angebot um 3,4 Prozent steigt und die Nachfrage um 0,4 Prozent abnimmt. Das Angebot bleibt groß: In Wien werden derzeit 12.000 Eigentumswohnungen und 10.000 Mietwohnungen zum Kauf angeboten, österreichweit warten 90.000 Wohnungen und Häuser auf neue Besitzer.

„Für Käufer und Mieter wird 2015 ein gutes Jahr. Die Zeiten der steigenden Preise sind weitgehend vorbei“, sagte Re/Max-Geschäftsführer Bernhard Reikersdorfer am Mittwoch vor Journalisten: „Speziell Gewerbeimmobilien-Mieter sind in einer sehr guten Verhandlungsposition.“ So sehen die Makler die stärksten Preisrückgänge bei Geschäftslokalen, Büros und Firmenobjekten.

Über alle Kategorien dürfte das Preisniveau 2015 bundesweit um mehr als zwei Prozent sinken. „Je höher der Preis, desto eher dürfte er nachgeben“, so Managing Director Anton Nenning. Der Markt drehe sich weiter zugunsten von Käufern und Mietern. Insgesamt dürfte das Angebot um 2,4 Prozent steigen, die Nachfrage um 0,1 Prozent nachlassen und das Preisniveau kräftig um 2,3 Prozent nachgeben - zumindest wenn man Wohnen und Gewerbe in Stadt und Land gemeinsam betrachtet.

Starke Nachfrage nach günstigen Wohnungen


Für das oberste Preissegment rechnen die Experten im Schnitt mit 3,8 Prozent Preisrückgang, da die Nachfrage um 4,9 Prozent sinken und das Angebot um 0,8 Prozent wachsen dürfte. Im mittleren Segment wird eine stabile Nachfrage (plus 0,1 Prozent), ein um 1,9 Prozent höheres Angebot und um 1,8 Prozent tiefere Preise gesehen. Nur im untersten Preissegment dürften die Preise leicht - um 0,3 Prozent - anziehen, dafür soll eine um 5,8 Prozent steigende Nachfrage bei nur 1,9 Prozent zusätzlichem Angebot sorgen. Welche Absolutpreise in welches Segment fallen, ist regional höchst unterschiedlich, deshalb werden dazu gar keine Euro-Beträge erhoben.

Klares Stadt-Land-Gefälle


Bei Wohnungen zeigt sich ein klares Stadt-Land-Gefälle, doch dürfte auch in den Ballungsräumen mit der starken und stetigen Preisaufwärtsentwicklung Schluss sein. Lediglich für zentrale Lagen prognostizieren die Re/Max-Makler ein Anziehen der Preise für Eigentum um 2,5 Prozent bzw. der Mieten um 3,1 Prozent, während sich am Stadtrand Eigentum um 0,9 Prozent verbilligen und die freie Wohnungsmiete nur um 0,4 Prozent verteuern dürfte.

Wohnen in Landgemeinden wird laut den Re/Max-Maklern immer erschwinglicher - dort lässt sich auch der Traum von den eigenen vier Wänden am ehesten verwirklichen, sofern die Bank beim Kredit mitspielt: Eigentum soll dort heuer um 3,9 Prozent günstiger werden und neue Mietverträge um 2,6 Prozent billiger. Kreditfinanzierungen seien aber „viel restriktiver“ geworden, „hören wir immer wieder“, meinte Nenning.

Rare Baugrundstücke in Wien


In Wien dürften sich Wohnungen wie auf Bundesebene nur im untersten Preissegment verteuern (plus 1,4 Prozent), während die Preise im mittleren um 2,6 und im oberen sogar um 3,8 Prozent nachgeben dürften. Das betreffe sowohl Eigentum als auch Miete. In zentralen Lagen dürfte Wohnen leicht teurer und am Stadtrand etwas günstiger werden, os Reikersdorfer. Alle Immokategorien zusammen würden sich in Wien 2015 voraussichtlich um 2,7 Prozent verbilligen, weil das Angebot um 3,4 Prozent steige und die Nachfrage um 0,4 Prozent abnehme, so der Re/Max-Austria-Geschäftsführer.

Bei Zinshäusern, der klassischen Anlageimmobilie in Ballungsräumen, ortet Nenning eine „konstante Lustlosigkeit“. Die Zinshauspreise würden 2015 mit 1,9 Prozent noch stärker fallen als 2014, Nachfrage und Angebot dürften um 1,0 bzw. 1,6 Prozent nachgeben. Nur bei Baugrundstücken sei etwas mehr Dynamik zu erkennen: Eine um 1,3 Prozent wachsende Nachfrage und ein um 1,1 Prozent schrumpfendes Angebot würden ein Preisplus von 1,9 Prozent bewirken.

Preiseinbruch bei Gewerbeimmobilien


Massive Preiseinbrüche im Ausmaß von 5,4 bis 7,1 Prozent zeichnen sich nach Meinung der Makler bei Gewerbeimmobilien ab. Geschäftslokale dürften um 5,7 Prozent günstiger anzumieten sein - ausgenommen Toplagen und Shopping-Center. Für Büroflächen wird ein Preisrutsch von 5,2 Prozent erwartet. Firmengebäude und Betriebsgrundstücke dürften sich um je 4,7 Prozent verbilligen.

Verkaufszahlen deutlich gestiegen


Voriges Jahr dürften in Österreich rund 93.000 Immobilien den Eigentümer gewechselt haben, schätzt Re/Max. 2013 waren es 84.447. Die Detailauswertung der Verbücherungen im Grundbuch werde noch bis März dauern. Die Zahl der Transaktionen sei 2014 vermutlich wieder auf das Ausmaß von 2012 und 2010 gestiegen; in allen Bundesländern außer dem Burgenland habe es zweistellige Zuwächse gegeben; in Wien, Tirol, Salzburg und Kärnten habe der Anstieg sogar rund 20 Prozent betragen.

Ein Grund für das deutliche Plus der Zahl der Transaktionen liege wohl daran, dass viele potenzielle Immoverkäufer ab 2011/12 auf weiter steigende Preise spekuliert hätten, aber 2014 gesehen hätten, dass sich hier eine Obergrenze abzeichne, meinte Reikersdorfer. Der hohe Stand an Angeboten setze sich ungebrochen fort. Aktuell würden bundesweit 90.000 Wohnungen und Häuser zum Kauf oder zur Miete offeriert - davon in Wien 12.000 Eigentumswohnungen und 10.000 Mietwohnungen, sagte Reikersdorfer.

Mietpreise in Wien sind 2014 um 1,3 Prozent gesunken


Mietpreise gesunken? Bei wem?


07.01.2015 09:46:23 - Mieten in der Bundeshauptstadt bereits zum zweiten Mal in Folge leicht gesunken. Eigentum wurde in den letzten sieben Jahren um 47 Prozent teurer.

Wien (LCG) – Erfreuliche Nachrichten präsentieren die FindMyHome.at Eigentümer Bernd Gabel-Hlawa und Benedikt Gabriel mit dem aktuellen Immo-Barometer für das Jahr 2014: Bereits zum zweiten Mal in Folge sind die Mietpreise am freien Markt leicht gesunken. Zahlte man Ende 2013 noch 14,24 Euro pro Quadratmeter, liegt der Preis ein Jahr später bei 14,05 Euro und somit um 1,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Ein anderes Bild zeichnet jedoch die langfristige Betrachtung: In den letzten sieben Jahren stiegen die Mietpreise in Wien von 11,90 Euro um 18 Prozent. Verantwortlich für die aktuelle Preisreduktion ist laut den Immobilienexperten eine zunehmende Verschiebung der Nachfrage, die sich deutlich auf den Durchschnittspreis auswirkt. Während kleinere Objekte mit einer Fläche unter 60 Quadratmetern rund 15,50 Euro pro Quadratmeter kosten, haben größere Objekte jenseits der 120 Quadratmeter massiv nachgegeben und erzielen durchschnittlich nur mehr 13,66 Euro.

„Im unteren Größensegment hinkt das Angebot der Nachfrage deutlich hinterher. Das führt zu einer Preisentwicklung, die vor allem Singles und niedrigere Einkommen trifft“, fassen Gabel-Hlawa und Gabriel zusammen. Die sinkende Nachfrage nach größeren Immobilien erklären die FindMyHome.at Experten mit mehreren Gründen: „Als stabile Wertanlage haben sich viele Menschen in den letzten Jahren für Investitionen in Eigentum entschieden. Andererseits ziehen größere Unternehmen vermehrt aus Österreich ab, wodurch der Bedarf an größeren Einheiten für Expats stark rückläufig ist.“

Zwtl.: Eigentumspreis stieg 2014 nur moderat

Die Preise für Eigentumsimmobilien sind im zurückliegenden Jahr mit 0,7 Prozent nur sanft angestiegen. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis beläuft sich aktuell auf 4.462 Euro. In der langfristigen Perspektive ist die Teuerung jedoch signifikant: Seit 2007 ist der Preis um 47 Prozent gestiegen. „Wir sehen eine Stabilisierung auf einem vernünftigen Niveau, gehen aber für die Zukunft von einem moderaten Wachstum aus“, fassen Gabel-Hlawa und Gabriel zusammen. Das Investitionsvolumen aus dem Ausland habe 2014 spürbar nachgelassen und der heimische Investitionsmarkt wurde bereits in den letzten Jahren bedient, so die Experten.

Zwtl.: Stabiler Ausblick für 2015

Für das begonnene Jahr sehen die Immobilienexperten ebenfalls eine moderate Entwicklung voraus. Neuentwicklungen wie das Areal rund um den neuen Hauptbahnhof oder die Seestadt Aspern schaffen attraktive Angebote im Mietsegment. Infrastrukturinvestitionen wie der Bau neuer U-Bahn-Linien werden einige Stadtviertel langfristig aufwerten. Jedoch müsse sich Wien für den Zuzug einer Stadt in der Größenordnung von Graz in den nächsten Jahren rüsten und rechtzeitig neue Angebote schaffen, um eine Preisexplosion zu vermeiden, betonen die FindMyHome.at Eigentümer.

Obwohl Wohnen in Wien im EU-Vergleich als leistbar gilt, sehen Gabel-Hlawa und Gabriel die Politik gefordert, um diesen Zustand langfristig zu erhalten. Unter anderem sprechen sie sich gegen den Kategoriemietzins bei Altbauten aus und fordern eine Bepreisung, die sich ausschließlich nach dem Zustand der jeweiligen Immobilie richtet. Dadurch sehen sie auch den Erhalt des historischen Stadtbilds und den Anstieg von Investitionen in Bestandsimmobilien gewährleistet.

Zwtl.: Über das Immo-Barometer

Das Immo-Barometer basiert auf einer Datenquelle von rund 25.000 Objekten, die auf FindMyHome.at im Beobachtungszeitraum online angeboten werden. Die Daten werden durch Online-Angaben von Immobilienmaklern, Bauträgern und privaten Immobilienanbietern generiert. Diese stellen einen Durchschnitt der angebotenen Objekte dar und können von tatsächlichen Verkaufspreisen abweichen. Die angegebenen Bruttopreise beinhalten Mietpreise inklusive Betriebskosten und Umsatzsteuer. Angebote des geförderten Wohnbaus werden nicht erhoben. Datenquellenfehler und Irrtümer vorbehalten.

Zwtl.: Über FindMyHome.at

FindMyHome.at zählt zu den führenden Immobilienportalen, auf dem monatlich über 150.000 Menschen (Unique Clients) den Weg zur Traumimmobilie suchen. Aktuell werden auf dem Portal rund 25.000 Immobilien im mittleren bis gehobenen Qualitätssegment angeboten. Jährlich zeichnet FindMyHome.at die besten Makler des Landes als „Qualitätsmakler“ aus und setzt damit einen wesentlichen Akzent zur Steigerung der Qualität bei Immobilientransaktionen. Quartalsweise veröffentlicht das Portal das Immo-Barometer, in dem ein transparenter Überblick über die Immobilienpreise in Wien geboten wird. Weitere Informationen unter www.FindMyHome.at sowie www.facebook.com/FindMyHome.at.

Wie Bernhard Ramsauer mit einer Wiener Villa in zwei Monaten 14 Millionen Euro verdiente


Das Wirtschaftsmagazin "Gewinn" berichtet in seiner neuen Ausgabe von einem der teuersten Villenverkäufe, die jemals in Österreich stattgefunden haben. Die Immobilienverkäufe in Österreich erreichten 2014 ein Rekordniveau.


 

Die einen leben auf der Straße, erfrieren, die anderen im Luxus.

 

Der scheidende Österreich-Chef der Deutschen Bank, Bernhard Ramsauer, war der Verkäufer bei einer teuren Villentransaktion in Wien-Döbling. Ramsauer kaufte von seinem Arbeitgeber eine Villa in der Himmelstraße um 9,6 Mio. Euro und verkaufte diese nur zwei Monate mit einem Gewinn von 14 Mio. Euro um 23,8 Mio. Euro an einen russischen Öl-Manager, berichtet das Magazin "Gewinn".

Der Kaufvertrag für "einen Kauf aus besonderer Vorliebe" mit einem russischen Öl-Manager wurde demnach bereits im September 2013 unterzeichnet. Im August 2013 kaufte Ramsauer von der Deutschen Bank das Anwesen mit über 1.000 Quadratmeter Wohnfläche um 9,6 Mio. Euro. Dies entsprach laut mehreren unabhängigen Gutachten dem aktuellen Verkehrswert, heiß es im "Gewinn".

Ramsauer betonte, dass er jederzeit die Möglichkeit hatte, die von ihm genutzte Villa zum aktuellen Verkehrswert zu kaufen. Weiters habe diese Option auch beinhaltet, das Anwesen teurer weiterzuverkaufen. "Ich hatte Glück. Der Markt für solche Immobilien hat mittlerweile vollkommen gedreht und dieser Preis wäre heute vermutlich nicht mehr erzielbar", wird Ramsauer im Magazin zitiert.

Bei einem weiteren prominenten Immobilienverkauf war mit Marcel Hirscher einer der erfolgreichsten österreichischen Slalomfahrer aller Zeiten, beteiligt. Hirscher investierte in ein zweites Salzburger Zinshaus und zahlte 2,45 Millionen Euro an die Uniqa-Versicherung, schreibt der "Gewinn". Das Ende September 2014 gekaufte vierstöckige Wohngebäude befindet sich in der Paracelsusstraße und ist damit nur wenige hundert Meter von seinem 2013 gekauften Wohn- und Geschäftshaus in der Linzergasse in der Stadt Salzburg entfernt.

Rekord bei Immobilienverkäufen

Käufer von Immobilien und teils auch Neumieter von Wohnungen dürfen sich im neuen Jahr 2015 über sinkende Preise freuen, weil das Angebot steigt. In zentralen Lagen und im untersten Preissegment könnten die Mieten am freien Markt dagegen wegen starker Nachfrage anziehen, teils auch die Kaufpreise. Die stärksten Preisrückgänge sehen die Makler von Re/Max bei Geschäftslokalen, Büros, Firmenobjekten.

"Für Käufer und Mieter wird 2015 ein gutes Jahr. Die Zeiten der steigenden Preise sind weitgehend vorbei", sagte Geschäftsführer Bernhard Reikersdorfer am Mittwoch vor Journalisten: "Speziell Gewerbeimmobilien-Mieter sind in einer sehr guten Verhandlungsposition."

Über alle Kategorien dürfte das Preisniveau 2015 bundesweit um mehr als 2 Prozent nach unten rauschen statt im gleichen Ausmaß nach oben gehen, "wie es eigentlich gesund wäre", meinte Managing Director Anton Nenning unter Verweis auf die aktuelle Einschätzung aller 500 Re/Max-Makler von November. "Je höher der Preis, desto eher dürfte er nachgeben", so Nenning. Der Markt drehe sich weiter zugunsten von Käufern und Mietern. Insgesamt dürfte das Angebot um 2,4 Prozent steigen, die Nachfrage um 0,1 Prozent nachlassen und das Preisniveau kräftig um 2,3 Prozent nachgeben, betrachtet man Wohnen und Gewerbe in Stadt und Land gemeinsam.

Für das oberste Preissegment rechnen die Experten im Schnitt mit 3,8 Prozent Preisrückgang, da die Nachfrage um 4,9 Prozent sinken und das Angebot um 0,8 Prozent wachsen dürfte. Im mittleren Segment wird eine stabile Nachfrage (+0,1 Prozent), ein um 1,9 Prozent höheres Angebot und 1,8 Prozent tiefere Preise gesehen. Nur im untersten Preissegment dürften die Preise leicht - um 0,3 Prozent - anziehen, dafür soll eine um 5,8 Prozent kletternde Nachfrage bei nur 1,9 Prozent zusätzlichem Angebot sorgen. Welche Absolutpreise in welches Segment fallen, ist regional höchst unterschiedlich, deshalb werden dazu gar keine Eurobeträge erhoben.

Bei Wohnungen zeigt sich ein klares Stadt-Land-Gefälle, doch dürfte auch in den Ballungsräumen mit der starken und stetigen Preisaufwärtsentwicklung Schluss sein. Lediglich für zentrale Lagen prognostizieren die Re/Max-Makler ein Anziehen der Preise für Eigentum um 2,5 Prozent bzw. der Mieten um 3,1 Prozent, während sich am Stadtrand Eigentum um 0,9 Prozent verbilligen und die freie Wohnungsmiete nur um 0,4 Prozent verteuern dürfte. Wohnen in Landgemeinden wird immer erschwinglicher - dort lässt sich auch der Traum von den eigenen vier Wänden am ehesten verwirklichen, sofern die Bank beim Kredit mitspielt: Eigentum soll dort heuer um 3,9 Prozent günstiger werden und neue Mietverträge um 2,6 Prozent billiger. Kreditfinanzierungen seien aber "viel restriktiver" geworden, "hören wir immer wieder", meinte Nenning.

In Wien dürften sich Wohnungen, wie auf Bundesebene, nur im untersten Preissegment verteuern (+1,4 Prozent), während die Preise im mittleren um 2,6 und im oberen sogar um 3,8 Prozent nachgeben dürften, Eigentum und Miete zusammen. In zentralen Lagen dürfte Wohnen leicht teurer und am Stadtrand etwas günstiger werden, vermutet Reikersdorfer. Baugrundstücke in der Bundeshauptstadt seien rar und würden daher teurer. Alle Immo-Kategorien zusammen würden sich in Wien 2015 voraussichtlich um 2,7 Prozent verbilligen, weil das Angebot um 3,4 Prozent steige und die Nachfrage um 0,4 Prozent abnehme, so der Re/Max-Austria-Geschäftsführer.

Bei Zinshäusern, der klassischen Anlage-Immobilien in Ballungsräumen, ortet Nenning eine "konstante Lustlosigkeit". Die Zinshauspreise würden 2015 mit 1,9 Prozent noch stärker fallen als 2014, Nachfrage und Angebot dürften um 1,0 bzw. 1,6 Prozent nachgeben. Nur bei Baugrundstücken sei etwas mehr Dynamik zu erkennen: Eine um 1,3 Prozent wachsende Nachfrage und ein um 1,1 Prozent schrumpfendes Angebot würden ein Preisplus von 1,9 Prozent bewirken, so der Managing Director des Maklerverbunds.

Massive Preiseinbrüche im Ausmaß von 5,4 bis 7,1 Prozent zeichnen sich nach Meinung der Makler bei Gewerbe-Immobilien ab. Geschäftslokale dürften um 5,7 Prozent günstiger anzumieten sein - ausgenommen Top-Lage und Shopping-Center. Für Büroflächen wird ein Preisrutsch von 5,2 Prozent erwartet. Und Firmengebäude und Betriebsgrundstücke dürften sich um je 4,7 Prozent verbilligen.

Voriges Jahr dürften in Österreich rund 93.000 Immobilien den Eigentümer gewechselt haben, nach 84.447 im Jahr 2013, schätzt Re/Max. Die Detailauswertung der Verbücherungen im Grundbuch werde noch bis März dauern. Die Zahl der Transaktionen sei 2014 vermutlich wieder auf das Ausmaß von 2012 und 2010 gestiegen; in allen Bundesländern außer dem Burgenland habe es zweistellige Zuwächse gegeben; in Wien, Tirol, Salzburg und Kärnten habe der Anstieg sogar rund 20 Prozent betragen.

Ein Grund für das deutliche Plus der Zahl der Transaktionen liege wohl daran, dass viele potenzielle Immo-Verkäufer ab 2011/12 auf weiter steigende Preise spekuliert hätten, dann aber 2014 gesehen hätten, dass sich hier eine Obergrenze abzeichne, meinte Reikersdorfer.

Der hohe Stand an Angeboten setze sich ungebrochen fort. Aktuell würden bundesweit 90.000 Wohnungen und Häuser zum Kauf oder zur Miete offeriert - davon in Wien 12.000 Eigentumswohnungen und 10.000 Mietwohnungen, sagte Reikersdorfer.

Re/Max selbst hat voriges Jahr ein Transaktionsvolumen von 1,15 Mrd. Euro abgewickelt, ein Plus von mehr als 18 Prozent. Insgesamt hat man 9.200 Fälle begleitet, heuer will man die 10.000er-Marke knacken und das Makler-Netzwerk vor allem in Kärnten, Tirol, Oberösterreich und Salzburg ausbauen.

Deutscher Immobilienmarkt brummt

Die rekordniedrigen Zinsen und der damit verbundene Anlagedruck treiben immer mehr Investoren in den deutschen Immobilienmarkt. Insgesamt wechselten hierzulande im vergangenen Jahr Gewerbe- und Wohnimmobilien im Wert von mehr als 50 Milliarden Euro den Besitzer, wie mehrere große Maklerhäuser am Mittwoch mitteilten. Der größte Teil entfiel mit knapp 40 Milliarden Euro auf Büros, Ladenflächen und Hotels, wie Jones Lang LaSalle vorrechnete. Das sei der fünfte Anstieg in Folge und zum Vorjahr ein Plus von 30 Prozent. Auf dem Wohnungsmarkt summierten sich die Transaktionen nach Berechnungen von CBRE auf etwa 13,3 Milliarden Euro. Berücksichtigt wurden hierbei Portfolios ab 50 Wohneinheiten, also keine Einzelverkäufe.

Vor allem börsennotierte Wohnungsgesellschaften wie Deutsche Annington, Buwog und LEG Immobilien nutzten die günstigen Finanzierungsbedingungen 2014 für Zukäufe. Dass das Ergebnis insgesamt dennoch drei Prozent unter Vorjahr blieb, führt CBRE darauf zurück, dass sich das Angebot zusehends verknappe. "Die Nachfrage, vor allem seitens der großen Wohnungsbestandhalter sowie institutionellen Investoren, kann durch das vorhandene Angebot nur unzureichend bedient werden", erklärte CBRE-Immobilienexperte Konstantin Lüttger. Etlichen Investoren sind die in den Metropolen aufgerufenen Preise inzwischen auch zu teuer - sie weichen deshalb auf der Suche nach Anlagezielen in mittelgroße Städte aus, wo sie höhere Renditen einstreichen können.

Auf dem gewerblichen Immobilienmarkt sehen Branchenexperten dagegen noch Luft nach oben - hier entstehen in den Metropolen auch mehr Neubauten. Jones Lang LaSalle prophezeit für 2015 ein Transaktionsvolumen von über 40 Milliarden Euro. Die Suche nach Anlagealternativen bleibe für institutionelle Anleger wie Fonds und Pensionskassen akut, vor allem Ausländer tummelten sich verstärkt auf dem soliden deutschen Immobilienmarkt.

Einer der größten Deals im neuen Jahr könnte der Verkauf des auf rund 700 Millionen Euro geschätzten Geschäftskomplexes "Squaire" des Immobilienkonzerns IVG am Frankfurter Flughafen werden. Nach früheren Angaben aus Finanzkreisen zählen der Finanzinvestor Blackstone, der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock, der Immobilienentwickler Tishman Speyer sowie große Fonds aus Asien und Nahost zu den Bietern.