Montag, 10. März 2014

Sanierungsskandal im Gemeindebau - jetzt sollen Mieter zahlen

€ 6.054.891,16 sollte die Sanierung der Stiegen 1 bis 19 in der Gemeindewohnhausanlage Prager Straße 31 / Temajergasse 11 kosten. Jetzt, nach Fertigstellung, legt Wiener Wohnen eine “Endabrechnung” in Höhe von 8.059.433,65 vor und will die Mieter durch eine neuerliche Anhebung des Mietzinses für diesen “Finanzpfusch” zur Kasse bitten.

“Es ist schier ungeheuerlich, mit welcher Unverfrorenheit Wiener Wohnen unter den Augen des zuständigen Stadtrates und Floridsdorfer SP-Bezirksparteiobmannes Ludwig versucht, den Gemeindemietern das Geld aus der Tasche zu ziehen”, ärgert sich WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek und stellt fest: “Die Vorgangsweise von Wiener Wohnen bei Sanierungsvorhaben muss raschest einer genauen Prüfung durch unabhängige Bau- und Finanzexperten unterzogen werden.

Denn fast immer werden rote Wohnbaugenossenschaften mit der Durchführung von Sanierungen betraut – und fast ebenso oft enden diese Vorhaben dann in Form von mehr oder weniger großen Skandalen. Hauptsache, die Genossenschaften können für ihre Tätigkeit nicht gerade unbeträchtliche Summen kassieren. SP-Ludwig hat längst den Überblick über sein Ressort verloren und sollte raschest einem Fachmann Platz machen, um in Zukunft noch weitere ‘Unfälle’ auf Kosten der Gemeindemieter zu vermeiden!”

Die Bewohner in der Prager Straße können aber vorerst aufatmen. Die Schlichtungsstelle hat die Wiener Wohnen-Forderung nach einer weiteren Mietzinserhöhung vorerst abgelehnt. “WIFF wird in dieser Sache jedenfalls weiter am Ball bleiben”, verspricht Schimanek.

Was die SPÖ unter Demokratie versteht

So „demokratisch“ sind die SPÖ und ihre Frontfrauen! Als sich die Kandidatin für den Bundesvorsitz der Sozialistischen Jugend (SJ), Julia Herr, beim SPÖ-Bundesparteirat kritisch zum Parteiapparat äußerte, drehte ihr Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) praktisch das Mikrofon ab. 

Freitag, 7. März 2014

Mieten steigen um fast 5 Prozent!


Richtwertmietzins für Altbauwohnungen wird angehoben.

Kein Aprilscherz: Ab 1. April müssen wir fürs Wohnen tiefer in die Tasche greifen – die Mieten für Altbauwohnungen steigen im Schnitt um 4,6 Prozent!

Während leistbares Wohnen einer der Hauptslogans der Politiker ist, steigen die Mieten ab April wieder weiter an.
Der Hintergrund: Der so genannte Richtwertzins für Altbauwohnungen, die nach 1994 vermietet wurden, darf alle zwei Jahre erhöht werden. Der Richtwert für Wien, der die Höhe der Miete regelt, verteuert sich etwa von 5,16 Euro auf 5,39 Euro pro Quadratmeter – ein Plus von 4,5 Prozent.

Auch Mieten, die vor 1994 abgeschlossen wurden, werden teurer: für Kategorie-A-Wohnungen etwa um 5,5 %.
Wie "Der Standard" am Freitag online berichtet, werden Unterkünfte der Kategorie A bald 3,43 statt 3,25 Euro pro Quadratmeter (plus 5,5 Prozent) und Kategorie-B-Mieten werden von 2,44 auf 2,57 Euro (plus 5,3 Prozent) erhöht. Die Kategorien C und "D brauchbar" verteuern sich um 5,6 Prozent auf 1,71 Euro, die Quadratmetermieten für Wohnungen der Kategorie "D unbrauchbar" legen um 6,2 Prozent auf 0,86 Euro zu.

Das ist eine richtige Watschen für AK-Kaske und der FCG. Kaske hat ja mit jemanden reden wollen, damit der Zins oder die Miete nicht so stark steigt. Da haben ihn seine Genossen schön hängen lassen, die haben ihn ganz einfach ignoriert. Und Kaske ist gegen die Mauer gelaufen, vielleicht auch gegen die Faust von Häupl und Vassilakou. Dem FCG geht es nicht besser. Sie sind erst gestern für niedrigere Mieten eingetreten, da haben sie jetzt den Salat.
Die Politiker lügen immer unverfrorener, dass dürfen sie auch, denn wir, die Wähler, wir gehen hin und wählen sie immer wieder. Der Wähler liebt SM, er liebt die Politiker, deshalb auch dieses Wählerverhalten. Er wählt sie, damit er fünf Jahre dann raunzen kann, dass er sie gewählt hat. Er mag den Schmerz, er mag die Lüge. Er mag die Politiker. Was sie auch sagen, er nimmt es für die unumstößliche Wahrheit. Was sie auch tun, den Wähler kann nichts erschüttern. Wenn wieder ein Politiker vor dem Richter steht, dann schüttelt der Wähler den Kopf: „Ich hab’s ja gleich gewusst“, sagt er dann, aber gewählt hat er ihn schon.

Wann wird der Wähler einmal aufwachen, sein Verhalten ändern und einmal ganz anders wählen. Zeit wäre es. Es schreit direkt danach. Aber vom österreichischen Wähler darf nicht zuviel verlangt werden, er ist schon geschädigt, durch dieses mehr als idiotische Verhalten, das er an den Tag legt. 

Donnerstag, 6. März 2014

FP-Strache: Mietpreiswucher muss ein Ende haben

Leistbares Wohnen in Wien ist fast schon Utopie


Das etwas „unrund“ läuft darf angenommen werden. Vielleicht auch „situationselastisch“. Wer weiß das schon? Und wenn 7000 geförderte Wohnungen gebaut wurden, dann ist es sicherlich nicht zu verstehen, warum nur 1800 – 2100 Wohnungen an die Stadt Wien gingen. Und auch dabei trägt die Rathausmehrheit die volle Verantwortung. Statt notweniger 10.000 Wohnungen hat man zuletzt in
Wien nur knapp 6000 pro Jahr errichtet! Wo war denn da die Kritik der AK-Präsidenten mit ihrem angeblich so großen Einfluss auf die Stadtregierung? Die Kampagne der AK für leistbares Wohnen ist nicht mehr als eine Augenauswischerei für die Wähler und nur eine weitere Werbedurchsage des Präsidenten Rudolf Kaske. Der Mietpreis muss hochgehalten werden, unter alle Umständen, dass ist klar, denn sonst macht Wiener Wohnen weniger Profit und Profit ist alles.
Wiener Wohnen tut sich leicht. Der Rechnungshof darf Wiener Wohnen nicht überprüfen – und er tut es auch nicht. Deshalb wissen wir nicht was da vor sich geht. Wiener Wohnen ist schon ein ganz eigenes Kapitel. Die rotgrüne Stadtregierung hat mit exorbitanten Gebührenerhöhungen an der
Preistreiberei am Wohnungsmarkt sogar aktiv mitgewirkt. Mitverursacher der Betriebskostenexplosion ist nämlich das rathäusliche Valorisierungs - Gesetz, das dafür sorgt, dass Gas, Wasser, Abwasser und letztlich auch alle anderen Abgaben automatisch angepasst werden. Experten der Nationalbank haben dem Wiener Wohnungsmarkt deshalb erst kürzlich übertrieben starke Preisanstiege
attestiert. Mit einem eigens entwickelten Indikator wurde für Wohnimmobilien in Wien eine zunehmende Überbewertung angezeigt. Sie lag im vierten Quartal 2013 bei Plus 21%. Für ganz Österreich beträgt der Indikator dagegen Minus 8%.

 "Leistbares Wohnen ist ein Grundrecht, das jedem Wiener zusteht", ist Wiens freiheitlicher Landeschef und Bundesparteiobmann NAbg. Heinz-Christian Strache überzeugt. Die
Mietpreise in der Stadt steigen immer weiter an, während die Löhne stagnieren. "Es kann nicht sein, dass immer mehr Bürger gut die Hälfte ihres Einkommens für Miete, Betriebskosten und Instandhaltung aufwenden müssen", ist der Strache empört. "Für viele Wiener ist es bereits ein Luxus, innerhalb des Gürtels zu wohnen. Über 16 Euro werden hier im Schnitt pro Quadratmeter verlangt - das ist Wahnsinn", empört sich Strache.
"Wenn Wohnbaustadtrat Ludwig den geförderten Wohnbau lobt, gleichzeitig aber von den 7000 geförderte Wohnungen in Wien, die um 300 Millionen Euro errichtet werden, gerade einmal 1800 bis 2100 davon an die Stadt Wien zur Vergabe gehen, hat man sein Ziel verfehlt", weist Strache auf die Missstände im Wohnbau hin. Trotzdem werden die Investitionen von Wiener Wohnen 2014 wieder gekürzt, die im Wahlkampf groß angekündigte Wohnbauoffensive bleibt offensichtlich weiter aus.

"Wir fordern ein Ende der Belastungen für die Wiener Wohnbevölkerung, eine Reduktion der Mieten, die Einführung des Kategoriemietzinses an Stelle des Richtwertzinses sowie den Bau von 5000 Wohnungen pro Jahr", macht Strache deutlich. Die immer länger werdenden Wartelisten für Gemeindebauwohnungen sprechen eine deutliche Sprache! "Dass nun die Wiener Randgebiete immer mehr erschlossen werden, macht die Situation vor allem in den inneren Bezirken nicht besser. Es ist nicht zumutbar, dass lange Anfahrtszeiten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit in Kauf genommen werden müssen, weil das Wohnen in den Randbezirken deutlich günstiger ist", sagt Strache abschließend. (Schluss) 

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OTS0089 2014-03-06 10:49 061049 Mär 14 NFW0001 0281

Häupl & Vassilakou: "SIE WÜNSCHEN - WIR WIDMEN"

Wien: inderwiesen | "Wenn etwas unserer Handschrift nicht entspricht,

also den grünen Vorstellungen von Stadtentwicklung,
so werde schnell über Bürgerwünsche hinweggegangen".
Sagte sinngemäß Christoph Chorherr kürzlich in einem Interview.

So setzen die GRÜNEN deren jahrzehntelange Forderung nach mehr Bürgerbeteiligungen in der Regierungsverantwortung um?
Selbst immer mit erhobenen Zeigefinger auf demokratische Defizite hinweisend und die bis dahin in Wien regierenden Rot/Schwarzen Koalitionen anprangernd, leben die GRÜNEN heute in ihrer Regierungsverantwortung für Wien genau die gleichen diktatorischen Praktiken.

Konkreten Beweis dazu liefern zahlreiche Verfahren, die allesamt an den Wünschen und Einwendungen der betroffenen Bürger vorbeigehen.
Dabei gab es kurze Zeit Hoffnung durch den neuen Planungsdirektor Dipl.Ing. Thomas Madreiter, mit seiner Aussage zum Amtsantritt im Februar 2013:
"Bürgerbeteiligung gebe es in Wien zwar schon jetzt, oft setze diese aber zu spät ein,..."

Doch auch er ist nur ein Wischi-Waschi-Sprecher.
Denn in der ganzen Stadt werden die Menschen in die Projekte defacto nicht eingebunden.
Wie sich Häupl und Vassilakou den Wünschen privater
Bauherren beugen
, zeigt die letzte Sitzung des Gemeinderates mit dem Beschluss zu einer Änderung der Flächenwidmung "In der Wiesen".

"Sie wünschen - wir widmen"


ist das Motto dieser Stadtregierung und kommt den Wünschen der BUWOG (im Eigentum der Immofinanz AG) nach.
Ob dabei auch leistbare Wohnungen entstehen, bezweifle ich.

Gegen dieses Projekt haben sich neben der SPÖ-geführten Bezirksvertretung auch 900 Anrainer mittels einer Rathauspetition ausgesprochen.
Die Petition wurde vom Tisch gewischt. Die Bezirksvorstehung ignoriert.

Was meine Forderung nährt, den Bezirksparlamenten mehr Rechte einzuräumen. Es ist nicht einzusehen, dass ein Bürgermeister einer 150 Einwohnergemeinde mehr Rechte hat, als die Vertretung eines Bezirks mit fast 100.000 Einwohnern, wie im Fall Liesing.

zur Bürgerinitiative: http://www.inderwiesen.at/was-bisher-geschah

FCG - Gemeindebedienstete: "Krone" sollte sich Skandal-Fastenzeit gönnen

 Herr Richard Schmitt, Journalist der Kronen Zeitung, berichtet uns heute von dem skandalösen Umstand, dass "Mitarbeiter der Stadt Wien bei ihren Dienstfahrten in den Pickerl-Bezirken nicht selbst die Parkometerabgabe zahlen müssen." Die Schlagzeile zu diesem Artikel lautet "Zusätzlich 6,7 Millionen Euro für Beamte".


Möglicherweise entstammt dieser Beitrag noch einer Nachwirkung des Faschings, oder er ist auf den Fleischentzug des Aschermittwochs zurückzuführen. Einen größeren Unfug habe ich noch selten gelesen, deshalb kann ich mir kaum andere Erklärungen vorstellen.  Eine Erklärung fällt mir aber dann doch noch ein. Herr Schmitt polemisiert gerne gegen Beamte, insbesondere gegen Wiener
Gemeindebedienstete. Zuletzt hat er dies am 22. und 25. Februar 2014 getan, als er unsachlich und unfair über die Krankenstände der Wiener Gemeindebediensteten berichtete. Entgegen der üblichen Versuche sachlich gegen ungerechtfertigte Vorwürfe anzuschreiben, wird dieses Mal darauf verzichtet – der heutige Artikel von Herrn Schmitt verdient sich einfach kein einziges ernst gemeintes Gegenargument.  Vielleicht wäre eine Skandal-Fastenzeit für die Kronen Zeitung eine Möglichkeit, von der schon sehr seltsamen Giftigkeit gegen die Wiener Gemeindebediensteten loszukommen und wieder zu einer sachlicheren Berichterstattung zurückzufinden.

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OTS0104 2014-03-06 11:02 061102 Mär 14 FCG0002 0227

Mittwoch, 5. März 2014

Wiener Installateure vermissen öffentliche Aufträge

Überall wird gespart, nicht nur bei Wiener Wohnen. Die Wohnungen sind so teuer, dass sie sich niemand mehr leisten kann. Früher wurden die B- und C-Wohnungen auf A-Wohnungen gebracht, dass hat man jetzt gelassen, dass ist zu teuer. Wir haben sich auch eine Heizung einbauen lassen, damals, vor vielen Jahren. Ein E-Kamin, der wurde von Wiener Wohnen, bei unseren Auszug ganz einfach mir weggenommen. Mit einer zynischen Bemerkung: Sie hatten 14 Tage Zeit sich zu melden, jetzt gehört er uns. Bis heute steht die Wohnung leer. Zu teuer ist sie geworden und wer möchte heute noch eine E-Heizung? Die Gesetze bringen nichts, da es immer Institutionen gibt, die sich darüber hinwegsetzten können. Und Wiener Wohnen kann das und sie wissen das auch.

 

Das Geschäft größerer Installateurbetriebe hängt von Aufträgen der öffent­lichen Hand oder Firmen ab. Kleinere hoffen, dass der Handwerkerbonus zu­sätzliches Privatkunden­Geschäft bringt.

Wien. Wenn es um die aktuelle Geschäfts­lage geht, stöhnen die Wiener In­stallateure. Für Andreas Juda, In­haber und Geschäftsführer des In­stallateurbetriebs Juda in Favori­ten, sind 35 Prozent weniger öf­fentliche Aufträge als im Vorjahr „eine Katastrophe".
Thomas Krizsanits, Inhaber von Josef Bayer & Komp in Wieden, stellt ebenfalls „ein Drittel weni­ger Geschäft als im Vorjahr" fest. Und auch Claudia Kalcher, kauf­männische Geschäftsleiterin des Installateurbetriebs Karl Sonder­hof in Floridsdorf, spricht von einer „Lücke" bei öffentlichen Aufträgen in diesem Ausmaß.
Von insgesamt 5318 Installateuren Österreichweit klagen nicht alle. Eine Umfrage unter den Betrieben für den Verband der Installations­-Zulieferindustrie (VIZ) zeigt, dass die Geschäftslage vom Kunden­segment abhängig ist. 85 Prozent der befragten 614 Installateure er­warten, dass sich ihr Geschäft mit privaten Kunden 2014 besser ent­wickeln wird als im Vorjahr. Von jenen mit öffentlichen Kunden rechnen aber nur 56 Prozent mit einer Verbesserung, 44 Prozent mit einer Verschlechterung.
Der Bundesinnungsmeis­ter Michael Mattes schätzt die Auftragslage als dramatisch ein: „Ein oberösterreichischer Kollege hat mir erzählt: ,Wenn wir keine Aufträge in Wien hätten, könnten wir zusperren.‘ Die Bautätigkeit ist zwar auch hier schwach, aber außerhalb Wiens steht alles still." Tatsächlich entwickelt sich das Geschäft laut VIZ-Umfrage von Bundesland zu Bundesland unter­schiedlich: Während die Südbur­genländer, Steirer und Kärntner Betriebe im Schnitt eher in eine triste Zukunft blicken, hoffen die Installateure im Nordburgenland, in Tirol und Vorarlberg durchaus auf bessere Zeiten. Für Kersten Viehmann, Geschäftsführer des Verbands der Installations-Zulie­ferindustrie, erklären sich diese Unterschiede aus der konjunktu­rellen Entwicklung: „In Öster­reich gibt es ein starkes Nord ­Süd-Gefälle im Osten. Der Nor­den des Burgenlands profitiert so wie Niederösterreich, weil er zum Speckgürtel Wiens zählt."
Wiener Probleme
Aber auch dort wird gespart. Der Installateurbetrieb Karl Sonder­hof hat zum Beispiel Wiener Wohnen als Hauptauftraggeber, die Rahmenverträge bestehen nach wie vor. Claudia Kalcher sagt aber: „Seit eineinhalb Jahren wird nicht mehr jede Wohnung vor der Neuvermietung in Topqualität ausgestattet. Die werden durch den Installateur nur noch über­prüft, aber nur mit Kaltwasser oder überhaupt keiner Heizung weitervermietet." Im Betrieb musste folglich die Mitarbeiter­zahl im Juni 2013 um 20 auf 56 re­duziert werden. Wiener-Wohnen- Sprecherin Renate Billeth bestätigt diesen Trend. Bis Herbst 2012 hat Wiener Wohnen beinahe alle freiwerden­den B- und C-Wohnungen aufka­tegorisiert. Nun aber wird von den rund 3000Wohnungen dieser Kategorien bei insgesamt rund 12.500 Wohnungsrückgaben pro Jahr die Hälfte, also 1500, vor der Neuvermietung nicht mehr mit neuem Bad oder neuer Heizung ausgestattet.
Der Grund dafür: „Gerade in jüngerer Vergangen­heit ist eine verstärkte Nachfrage nach besonders günstigen Woh­nungen zu bemerken - von Allein­erziehern, nach Scheidungen oder von jungen Menschen", sagt Bil­leth. Für Installateure müsse das Geschäft aber nicht auf Dauer ausbleiben, meint er: „Im Laufe der Zeit lassen sich heute jüngere Mieter oft eine Heizung einbauen, die Installateure machen das Ge­schäft dann beim Privatkunden."
Da hat Andreas Juda seine Zweifel. Mit der öffentlichen Hand hätten zugleich auch Betrie­be und Privathaushalte begonnen zu sparen. Arbeitslosigkeit schmä­lert das Familieneinkommen: „Wenn die Leute am Ge­meindebaufenster lehnen und keine Arbeit haben, dann können sie auch nicht renovieren.“ Juda selbst hat den Fuhrpark seiner Fir­ma verkleinert, den Lagerstand re­duziert und seit September 2012 auch beim Personal „die Spreu vom Weizen getrennt“. Von 60 Mitarbeitern im Jahresschnitt arbeiten aktuell noch circa 45 bei Juda.
Handwerkerbonus
Die Regierung will nun den Hand­werkerbonus, für den auch die In­stallateurinnung gekämpft hat, einführen: Von 1. Juli 2014 an kann sich jeder Privatkunde, der Hand­werker engagiert, bei Arbeitsstun­den imWert von bis zu 3000 € pro Jahr die Mehrwertsteuer zurück­erstatten lassen. Das sind maximal 600 € pro Jahr. Materialkosten werden nicht berücksichtigt. Ins­gesamt hat der Staat 2014 zehn Millionen € vorgesehen, 2015 sol­len es zwanzig Millionen € sein.
Bundesinnungsmeister Mattes freut sich darüber: „Damit werden manche Kunden, die heute für kleinere Aufträge einen Nachbarn oder schwarz jemanden engagiert haben, eine Rechnung vom Profi haben wollen.“ Der Favoritner Juda hofft zwar ebenfalls auf diese Förderung. Ein Wermutstropfen sei aber, dass sie halb so hoch wie in Deutschland und insgesamt ge­deckelt ist: „Da sollte man noch­mals verfeinern.“ Für Betriebsin­haber Thomas Krizsanits bringt der Bonus dagegen wenig: „We­sentlich mehr Geschäft erwarte ich nicht, weil wir hauptsächlich Betriebe als Kunden haben.“ Auch einige seiner Kollegen aus ande­ren Bundesländern sind der Mei­nung, dass 600 € Förderung bei Investitionskosten von mehreren Tausend € bei einer Heizung oh­nehin kein großer Investitionsan­reizseien.
Wien als Hoffnungsmarkt
Großen Installateurbetrieben mit 50 Mitarbeitern und mehr hilft oh­nehin kein Bonus. Bis auf Vorarl­berger und Westtiroler suchen sie selbst aus 250 Kilometern Entfer­nung ihr Heil in Wien und Umge­bung. Dort allerdings ist der Kon­kurrenzkampf groß, der Druck auf die Preise enorm.

Betriebe aus anderen Bundes­ländern, die Aufträge in Wien übernehmen, sagen, dass sie vor allem mit Qualität punkten. An­dere unterstellen dagegen, dass oft jene mit billigeren Arbeitskräf­ten oder ausländischen Subfirmen zum Zug kämen. Bundesinnungs­meister Mattes sagt: „Mit diesen Preisen kommt man nicht mit, das ist ja eine Wettbewerbsverzer­rung, bei der die ehrlichen Firmen draufzahlen.“ Selbst wenn auslän­dische Arbeitskräfte korrekt nach Kollektivvertrag bezahlt werden, kommen sie den Betrieben man­gels Überzahlung oder als Berufs­einsteiger günstiger als österrei­chische Fachkräfte. Aber auch bei diesen ist das Lohnniveau unter­schiedlich: Ein Installateur, der in Kärnten lebt, kann mit einem Bruttomonatsgehalt von 2435 € rechnen, einer in Vorarlberg aber mit 2955 €.