Freitag, 12. Juni 2026
1.7 Mio können schlecht lesen
Laut der aktuellen PIAAC-Studie (2022/23) hat fast ein Drittel der österreichischen Erwachsenen zwischen 16 und 65 Jahren Schwierigkeiten beim Lesen. Der Anteil der Betroffenen ist innerhalb von zehn Jahren von 17 % auf 29 % (ca. 1,7 Mio. Menschen) stark angestiegen.
Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei den 35- bis 65-Jährigen, die einen deutlichen Leistungsabfall zeigen. Im Gegensatz dazu schneiden die 16- bis 24-Jährigen überdurchschnittlich gut ab – sie liegen sogar über dem OECD-Schnitt .
Personen mit nicht-deutscher Erstsprache sind am stärksten betroffen. In dieser Gruppe sind es 61 % mit niedriger Lesekompetenz (2012: 39 %). Aber auch unter den in Österreich Geborenen mit Deutsch als Erstsprache hat sich der Anteil von 12 % auf 19 % erhöht .
Der Bildungsabschluss ist ein entscheidender Faktor. Das Risiko ist bei Personen mit maximal Pflichtschulabschluss am höchsten (fast jede zweite Person), aber selbst unter den Lehrabsolventen ist mittlerweile etwa jede dritte Person betroffen .
Laut Studienlage gibt es in Österreich keine signifikanten Unterschiede zwischen Männern und Frauen bezüglich der Lese- und Schreibkompetenz bei Erwachsenen.
Die österreichische Bundesregierung reagiert auf die gesunkenen Lese- und Schreibkompetenzen vor allem mit Förderprogrammen für Erwachsenenbildung. Ein nationaler Aktionsplan oder eine spezifische Strategie speziell für dieses Problem ist allerdings nicht direkt erkennbar.
Die wichtigsten Maßnahmen sind finanzielle Förderungen für Bildungsanbieter, die gezielt benachteiligte Gruppen unterstützen.
Die Maßnahmen sind Teil des Regierungsprogramms 2025–2029. Ein Schwerpunkt liegt dabei laut Ausschreibungen auf der "Steigerung der Teilnahmen am lebenslangen Lernen in der gesamten Bevölkerung, besonders in bildungsbenachteiligten Gruppen".
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